27.02.2017 12:41
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Graubünden
Bauernverband fordert Wolf-Abschuss
Am Samstag vor einer Woche ist in Trun GR ein Wolf in einen Stall eingedrungen und hat ein Schaf gerissen. Für den Bündner Bauernverband wurde eine Grenze überschritten. Er fordert den Abschuss des Raubtieres.

«Mit dem Eindringen in Ställe in der Region Trun hat der Wolf aus Sicht des Bündner Bauernverbandes die Grenze des Tolerierbaren klar überschritten», heisst es in einem Communiqué von Montag.

Der Verband fordert deshalb mit Nachdruck, die gesetzlichen Grundlagen so anzupassen, dass in solchen Fällen sofort eingegriffen werden kann. In diesem Fall wird ein Abschuss des Wolfes verlangt. Aufgrund der zunehmenden Wolfspopulation werden die Tierhalter mit immer schwierigeren Problemen konfrontiert.

So sollen sie die Herdenschutzmassnahmen verstärken und die Tiere einschliessen. «Dies ist aus der Sicht der Landwirtschaft ein nicht mehr nachvollziehbarer Weg», schreibt der Bauernverband. Denn im Bereich Tierwohl seien die Ansprüche an die Tierhalter sehr hoch. «Dem wirken Forderungen nach geschlossenen Stalltüren klar entgegen», hebt der Verband hervor.

Deshalb wird der Bündner Bauernverband der Bündner Regierung die Aufforderung zukommen lassen, sich beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) dafür einzusetzen, dass bei solchen Vorfällen sofort gehandelt werden kann. Zudem wird die Kostentransparenz und die Klärung der Kostenträgerschaften für weiterführende Massnahmen gefordert.

Am Samstag vor einer Woche ist ein Wolf in einen Stall bei Acla digl Oberst, abseits von Trun gelegen, mit 22 Schafen eingedrungen. Just in diesem Moment kam der Besitzer der Schafe zum Stall. «Wahrscheinlich habe ich ihn mit meiner Anwesenheit vertrieben», sagte Mathias Decurtins gegenüber der «Südostschweiz». Er hatte Glück. Wäre er einige Minuten später eingetroffen, wären wohl mehrere Schafe dem Wolf zum Opfer gefallen. Das Raubtier tötete ein einjähriges Schaf. 

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