21.01.2018 10:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Bauernbund fordert wolfsfreie Zonen
Der Bauernbund Brandenburg (D) sieht beim Thema Wolf keine Chance mehr, zu einem Kompromiss mit der Landesregierung zu kommen, und hat jetzt organisierten Wiederstand angekündigt sowie eine konsequente Bejagung der Wölfe gefordert.

Die insgesamt einjährige Zusammenarbeit mit der Landesregierung sei ergebnislos geblieben, erklärte Bauernbund-Präsident Marco Hintze am vergangenen Mittwoch  in einem Pressegespräch in Krielow. Das Wolfsmonitoring sei fehlerhaft, die Wolfsverordnung wirkungslos und das Wolfsmanagement gescheitert.

Hinzu komme, dass alle vom Bauernbund eingebrachten Kompromissvorschläge von der Landesregierung nicht beachtet worden seien. Nun sei die „Zeit des Verhandelns vorbei“, betonte Hintze und kündigte an, den Widerstand der Landbevölkerung gegen den Wolf zu organisieren. Für das ganze Jahr seien Aktionen geplant. Ausserdem könnten sich Bürger, die die Forderungen des Bauernbundes unterstützten, unter www.wolfsfreiezone.de vernetzen. „Wir lassen uns die ökologische Weidetierhaltung nicht durch falsch verstandenen Naturschutz kaputt machen“, so der Verbandspräsident. Grosse Teile des deutschen Bundeslandes müssten zur „wolfsfreien Zone“ werden. Überall dort, wo Menschen und Weidetiere seien, müssten Wölfe konsequent gejagt werden.

Der Wolf blieb vorige Woche auch ausserhalb von Brandenburg Thema. In Niedersachsen beschäftigte ein in Siedlungen in der Region Walsrode umherstreifender Wolf das Umweltministerium. Dieses teilte mit, dass eine Besenderung des Tieres vorbereitet werde. Sollte sich der Wolf Menschen auffällig nähern, werde mit der Besenderung begonnen. Allerdings seien die bisherigen Begegnungen von Menschen mit dem Tier als unproblematisch anzusehen. Mit beginnender Ranzzeit und gleichzeitig verstärkten Wanderaktivitäten der Jungwölfe werde öfter mit Begegnungen zu rechnen sein.

Schliesslich teilte das Landwirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern mit, dass eine besenderte Wölfin aus einem Rudel in der Lübtheener Heide insgesamt 700 km bis nach Flandern gewandert sei. Damit sei das Tier der erste wilde Wolf, den man seit mehr als 100 Jahren in Belgien gesichtet habe.

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