4.03.2016 11:49
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Bauern erzürnt: Wolf verunmöglicht Mutterkuhhaltung
Im Norden von Deutschland verunsichert der Wolf die Bauern und deren Tiere. Die Raubtiere sorgen dafür, dass immer mehr Halter ihre Tiere in den Ställen unterbringen oder gleich ganz aufgeben. Der Staat unternehme viel zu wenig gegen die Wölfe, klagen die Bauern.

In der Region Wietzendorf, das liegt zwischen Hamburg und Hannover, macht das Grossraubtier den Bauern das Leben schwer, wie topagrar.com berichtet. Seit 2013 reisse der Wolf regelmässig, manchmal gar wöchentlich Kälber. Die Mutterkühe reagieren gemäss den Bauern mittlerweile panisch, auch Zäune vermögen die Rinder nicht mehr zurückzuhalten. Die Tiere eines Landwirts waren eines Morgens verschwunden. Er hat sie dann in einem Nachbarsort wiedergefunden, berichtet die „Cellesche Zeitung“.

Kühe in Todesangst

Die Mutterkühe seien mittlerweile so verstört, dass die Besitzer nicht mehr an sie herankommen. Die Wölfe verlieren gemäss den Bauern auch immer mehr die Scheu vor den Menschen. Bilder von verschiedenen Onlineportalen zeigen Wölfe, die tagsüber über Hofplätze oder gar durch Wohnquartiere marschieren. Die Raubtiere wagen sich bis wenige Meter an Traktoren heran. Man wisse nie, wann der Wolf vorbeikomme, erzählen Bauern aus der Region.

„Nachts hören wir immer wieder, dass die Kühe in Todesangst schreien, dann fahren wir sofort zu unserer Herde“, erzählt die Tochter eines Bauern. Die Muttertiere würden sich teilweise formieren, um ihre Jungtiere vor den Wölfen zu schützen.

Kühe im Stall

Die Mutterkuhhalter bringen nun ihre Tiere in den Ställen unter. Entschädigungen gibt es nur, wenn die Weiden mit Stromdrähten gesichert sind. „Das Einzäunen von 40 ha grossen Weiden können wir uns aber nicht leisten“, klagen die Bauern. Doch auch vor solchen Zäunen machen die Wölfe keinen Halt.

Einige Landwirte resignieren und geben die Mutterkuhhaltung ganz auf. Sauer stösst den Viehhaltern auch der Ratschlag der Regierung des Bundeslands Niedersachsen auf. Diese empfiehlt der Bauern, einfach höhere Zäune zu bauen.

Ängste der Menschen nicht übersehen

„Politiker, die unter dem Motto ‚Willkommen Wolf‘ den Beutegreifer hierzulande wieder heimisch machen wollen, sollten die zunehmenden Ängste und Sorgen der betroffenen Menschen nicht übersehen“, rufen die Bauern in Erinnerung. Akzeptanz für die Rückkehr der Wölfe könne allenfalls durch geförderte und akzeptierte Schutzmassnahmen erreicht werden. Problematisch sei aber, dass der Wolf die Scheu vor den Menschen verliere.

Der Staat unternehme aber insgesamt viel zu wenig. Der Wolf sei viel zu streng geschützt, monieren die Landwirte.

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