25.02.2018 18:57
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
AU: Landesweiter Fruchtfliegenalarm
Im australischen Bundesstaat Tasmanien ist am vergangenen ein landesweiter Fruchtfliegenalarm ausgelöst worden. In einem Supermarkt in Devonport waren Larven des Schädlings in Nektarinen gefunden worden, die eigentlich als „frei von Fruchtfliegen“ zertifiziert waren, da sie zuvor in einem Betrieb im Bundesstaat Viktoria begast worden waren.

Sämtliches Obst und Gemüse dieses Lieferanten wurde mittlerweile aus den Supermärkten zurückgerufen. Die Verbraucher wurden aufgerufen, Obst- und Gemüseabfälle nicht zu kompostieren, sondern in einer Doppelplastikverpackung in der Tonne zu entsorgen.

Im Januar waren erstmals Larven der „Queensland-Fruchtfliege“ in drei Hinterhofplantagen für Aprikosen auf einer Tasmanien vorgelagerten Insel entdeckt worden, danach aber auch adulte Tiere und weitere Larven in zwei Städten unweit der Hafenstadt Devonport.

60km lange Quarantänezone

Bei Sichtungen des Schädlings, der Eier bevorzugt in Fleisch von Steinobst aber auch in anderes Obst und Gemüse ablegt, werden in Australien um den Fundort Restriktionszonen mit einem Radius von 15 km eingerichtet.

An der Nordküste von Tasmanien ist die Quarantänezone mittlerweile mehr als 60 km lang. Insbesondere die Obstbranche sorgt sich nun wegen Produktionsausfällen und noch mehr vor dem Verlust von lukrativen Exportmärkten.

Exporte gefährdet


Der Status „frei von Fruchtfliegen“ ist die Eintrittskarte für wichtige Märkte wie die USA, China, Japan oder Korea. Anfang Februar hat jedoch Taiwan als erstes Land die Obsteinfuhren aus Tasmanien ausgesetzt, was Befürchtungen weckt, dass andere Länder diesem Beispiel folgen könnten.

Allein der Export von Steinobst spült den Anbietern aus Tasmanien jährlich rund 36,8 Mio Franken in die Kassen. Bisher war die Insel südlich vom australischen Festland frei von diesem Schädling, weil die Fruchtfliegen den tasmanischen Winter nicht überlebten.

Die Landesregierung warnt aber bereits seit längerem davor, dass sich das Risikoprofil mit dem Klimawandel ändere. Für die aktuellen Fälle macht sie Mängel bei den Biosicherheitskontrollen in anderen australischen Bundesstaaten verantwortlich.


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