29.07.2015 13:22
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
300 Wölfe in Frankreich
Zur Unterstützung der von Wolfsrissen in Not geratenen Tierhalter hat Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal nun ein Dezernat eingerichtet. Dieses soll nach Angaben ihres Ressorts die betroffenen Tierhalter bei Wolfsattacken zur Seite stehen.

Dieses Team soll sich aus zehn Beauftragten zusammensetzen, die Inhaber eines Jagdscheins sind unddie in die überregionale Delegation Alpes-Méditerranée-Corse beim Nationalen Büro für Jagd und Wildtiere (ONCFS) integriert sind. Darüber hinaus versprach Royal, sich bei der Europäischen Kommission für Änderungen der Berner Konvention einzusetzen, um das Wolfsmanagement entsprechend der Bedeutung ihrer Präsenz in den einzelnen Gebieten anzupassen.

Gemäss Anhang III der Berner Konvention gilt der Wolf als streng geschützte Tierart, die nicht gestört, gefangen, getötet oder gehandelt werden darf. Royal betonte, dass die Tierhaltung und insbesondere die Weidewirtschaft eine wichtige Rolle zum Erhalt der Biodiversität in Frankreich leisteten und unterstützt werden müssten. Dabei müsse eine Balance zwischen dem Schutz des Wolfes und der Weidewirtschaft gefunden werden. Dieses Gleichgewicht beruhe zugleich auf ergänzenden Massnahmen zum Schutz der Tierhaltung.

Laut dem Pariser Umweltministerium haben sich die Wolfsattacken innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Allein in den letzten zwölf Monaten bis Juli 2015 seien 8'500 Mutterschafe gerissen worden. Darüber hinaus habe sich die Zahl der betroffenen Départements zwischen 2010 und 2014 auf 27 verdreifacht. Darüber hinaus verzeichnete das Ministerium von 2004 bis 2014 eine Verdreifachung der Wolfspopulation auf rund 300 Tiere. In diesem Jahr seien die Mittel zum Schutz der Herden und zur Entschädigung der Tierhalter auf mehr als 15 Mio. Euro (15,8 Mio. Fr.) gestiegen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE