10.12.2015 14:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wolf
10'000 Unterschriften gegen Wolfabschüsse
Die Kantone St. Gallen und Graubünden wollen zwei Wölfe aus dem Calanda-Rudel abschiessen. Das weckt bei Tierfreunden Widerstand: 10'000 Menschen haben ein Zeichen gegen die geplanten Wolfsabschüsse gesetzt und eine Petition der Gruppe Wolf Schweiz (GWS) unterzeichnet.

Die Petition «Kein Abschuss von Wölfen am Calanda!» wurde als Reaktion auf den beantragten Abschuss zweier Wölfe lanciert. Innert zehn Tagen wurde sie von 10'000 Personen unterzeichnet, wie die GWS am Donnerstag mitteilte.

Die Petition verlangt, dass auf die Abschüsse verzichtet wird und stattdessen «nicht-tödliche Vergrämungen» versucht werden, sollten Wölfe tatsächlich zu wenig scheu sein. Die Petition werde in den nächsten Tagen den zuständigen Behörden der Kantone Graubünden und St. Gallen übergeben, heisst es in der Mitteilung weiter.

Futterplätze locken auch Wölfe an

Wie verschiedene Meldungen zeigten, seien im Umfeld von Siedlungen am Calanda nach wie vor Luderplätze (Futterplätze) für die Fuchsjagd vorhanden, die auch Wölfe anlocken könnten. Ebenfalls räumten die Behörden mittlerweile ein, dass im Siedlungsgebiet noch immer weitere Futterquellen vorhanden sind.

Deshalb sind nach Ansicht der GWS die Bedingungen für einen Abschuss eindeutig nicht gegeben. Denn dafür müssten sich Wölfe zwingend «aus eigenem Antrieb» Siedlungen annähern und dabei «zu wenig scheu oder aggressiv» sein. Finden sie hingegen Futterquellen in Menschennähe, nutzen sie auch diese, was Abschüsse nicht verhindern werden.

Kantone beantragen Abschussbewilligung

Zwei Wölfe aus dem Calanda-Rudel im Grenzgebiet zwischen St. Gallen und Graubünden sollen abgeschossen werden. Die Wölfe hätten ihre Scheu vor den Menschen verloren und kämen immer öfter in die Nähe von Siedlungen und Ställen, schrieben die Kantone St. Gallen und Graubünden in einer gemeinsamen Mitteilung.

Das erste Wolfsrudel der Schweiz, das seit 2012 im Gebiet des Calanda-Ringelspitz-Massivs lebt, verhalte sich «zunehmend problematisch». Die beiden Kantone beantragten deshalb vor zwei Wochen beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) eine Abschussbewilligung für zwei Tiere.

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