21.11.2016 09:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Weniger Antibiotika für Nutztiere
In Österreich sind im vergangenen Jahr von den Pharmaunternehmen insgesamt 48,78 t Antibiotika für den Einsatz in der Veterinärmedizin verkauft worden. Im Vergleich zum Jahr 2014 war das ein Rückgang um rund 4,89 t beziehungsweise 9,1 Prozent.

Das geht, wie die Landwirtschaftskammer Österreich am vergangenen Donnerstag (17.11.) berichtete, aus dem aktuellen Antibiotika-Vertriebsmengenbericht hervor, der von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vorgelegt wurde.

Laut Kammer war es erstmals möglich, eine Zuordnung der Menge der antimikrobiell wirksamen Substanzen zu einzelnen Tierarten vorzunehmen. Rund 76% der abgegebenen Antibiotika wurden demnach bei Schweinen verwendet, 17% bei Rindern und knapp 7% bei Geflügel. Vorgelegt wurde vergangene Woche auch der österreichische Resistenzbericht AURES, in dem jährlich die aktuellen Daten zur Antibiotikaresistenz und zum Verbrauch von Antibiotika veröffentlicht werden.

Koordiniert wird die nationale Überwachung der Antibiotikaresistenz in Österreich von der Antibiotika-Plattform im Gesundheitsministerium, der Fachleute aus den Bereichen der Human- und Veterinärmedizin sowie des Lebensmittelbereichs angehören. Zur Erfassung der Antibiotikamengenströme im Veterinärbereich läuft derzeit das europäische Projekt „European Surveillance of Veterinary Antimicrobial Consumption (ESVAC).

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte anlässlich des Antibiotikatages eine drastische Verringerung des Einsatzes von Antibiotika, vor allem in der Tierhaltung. In Österreich würden mehr Antibiotika an Tiere verabreicht als an Menschen. Greenpeace verlangte, die Intensivtierhaltung als Gesamtkonzept zu überdenken. Der Einsatz von Antibiotika sei in diesen Haltungsformen praktisch unvermeidbar.

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