21.04.2016 16:48
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Bern
Verband hat Tierarzneimittel im Visier
Bauern im Kanton Bern bezahlen je nach Region unterschiedliche Preise für Tierarzneimittel. Der Berner Bauernverband will dies ändern. Auch die Agrarpolitik wurde thematisiert.

Berner Bauern müssen für Tierarzneimittel je nach Region unterschiedlich tief ins Portemonnaie greifen. Dies ergab eine Umfrage des Berner Bauernverbands (BEBV) unter seinen Mitgliedern. Eine weitere Erkenntnis: Tierarzneimittel sind in der Schweiz zweieinhalb Mal teurer als im grenznahen Ausland. Zusammen mit dem Verein Berner Tierärzte/innen suchte der BEBV nach Gründen für die unterschiedlichen Tarife.

Abrechnungen intransparent

Eine der Erkenntnis: Die Abrechnungen sind teils intransparent. „Tierärztliche Dienstleistungen und Tierarzneimittelpreise werden oft zusammengefasst und nicht separat ausgewiesen“, sagte Adrian Affolter vom Berner Bauernverband anlässlich einer Medienkonferenz, die am Donnerstag im Vorfeld der Mitgliederversammlung stattgefunden hat. Ein weiterer Grund sei, dass kleine Tierarztpraxen mit massiv schlechteren Konditionen bedient werden. „Effiziente, marktgerechte Vertriebsstrukturen werden von Herstellern und Importeuren der Tierarzneimittel systematisch behindert“, so Affolter.

Der Berner Bauernverband will diese „unhaltbare Situation“ bekämpfen und versucht – zusammen mit dem Schweizer Bauernverband und der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte – Einfluss zu nehmen. „Tierarzneimittel sind ein grosser Kostenfaktor in der Buchhaltung eines Landwirtschaftsbetriebes“, betonte Affolter.

AP: Mehr Ziele statt Massnahmen

Ein weiteres Thema der Mitgliederversammlung war die Agrarpolitik. „Wir wollen mehr Ziele statt Massnahmen“, forderte BEBV-Präsident Hans Jörg Rüegsegger. Heute schreibe der Bund minutiös vor, welche Massnahmen die Bauern umsetzen müssten. BEBV-Geschäftsführer Andreas Wyss sprach von einer Entmündigung der Bauern.

Es brauche einen Paradigmenwechsel, den Bauern müsste mehr Eigenverantwortung eingeräumt werden. Die künftige Agrarpolitik müsse stärker auf den ganzen Betrieb ausgerichtet sein und weniger auf Einzelmassnahmen fokussieren, forderte Wyss. Ein weiterer Kritikpunkt: Nachhaltigkeit werde heute einseitig verstanden und auf den Aspekt Ökologie reduziert. „Die Bereiche Ökonomie und Soziales werden aussen vor gelassen“, monierte Wyss.

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