7.08.2020 13:03
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Tierwohl
Schattendach oder Bäume Vorschrift
Werden Rinder rund um die Uhr auf der Weide gehalten, müssen sie sich vor Sonne und Hitze schützen können.

Noch ist die Hitzewelle noch nicht angerollt – aber in dieser Woche stattet der Hochsommer einen ersten Besuch ab. Damit man gewappnet ist, sollte man sich jetzt schon über die Vorschriften informieren (siehe Kasten). Das gilt etwa, wenn man die Kühe oder Rinder weidet. Dann muss ihnen ein Schutz vor der Witterung geboten werden. 

Grosse Unterschiede

Vor allem Rinder mit hohem Stoffwechselumsatz wie laktierende Kühe sind hitzesensibel. Die Unterschiede sind jedoch je nach Alter, Rasse, Nutzung, Leistung und Haarkleid gross. 

Grenzwerte, ab denen ein Schutz vor extremer Witterung nötig ist, existieren nicht. Entscheidend ist vorzusorgen, dass die Tiere jederzeit vor extremer Witterung Schutz suchen könnten, wenn sie diesen benötigen. Situationen, die Schutz vor extremer Witterung erfordern, treten auch bei Robustrassen wie Highland Cattle auf.

Künstlicher Unterstand

Wenn eingezäunte Flächen nicht genügend natürliche Strukturen wie Bäume, Hecken oder Waldränder aufweisen, muss bei der dauernden Haltung im Freien der Witterungsschutz durch einen künstlichen Unterstand realisiert werden, oder die Tiere müssen bei extremer Witterung an einen Ort mit Witterungsschutz verbracht werden.

Bei der Nutzung eines natürlichen Witterungsschutzes ist die Waldgesetzgebung, bei der Erstellung eines Unterstandes sind die Gewässerschutzgesetzgebung und das Raumplanungsgesetz zu beachten. Der Witterungsschutz muss allen Tieren gleichzeitig Schatten bieten. Es soll  ein möglichst grosser Luftaustausch stattfinden, der den Tieren zudem hilft, sich vor Lästlingen (Fliegen, Mücken, Bremsen) zu schützen. Unterstände ohne Wände, Schattennetze oder ausreichend grosse Baumgruppen sind hier von Vorteil. sum

Vorschriften und Fachinfos zum Thema: -> Mehr dazu hier

Die Vorschriften

Art. 6 Tierschutzverordnung (TSchV), Schutz vor Witterung: Der Tierhalter sorgt für den notwendigen Schutz der Tiere, die sich der Witterung nicht anpassen können.

Art. 36 TSchV, dauernde Haltung im Freien: Haustiere (Rinder,  Schafe usw.) dürfen nicht über längere Zeit extremer Witterung schutzlos ausgesetzt sein. Werden die Tiere unter solchen Bedingungen nicht eingestallt, so muss ein geeigneter natürlicher oder künstlicher Schutz zur Verfügung stehen, der allen Tieren gleichzeitig Platz und Schutz vor Nässe und Wind sowie vor starker Sonneneinstrahlung bietet. Es muss ein ausreichend trockener Liegeplatz vorhanden sein. Ist im Sömmerungsgebiet bei extremer Witterung kein geeigneter Schutz vorhanden, so ist durch geeignete Massnahmen sicherzustellen, dass dem Ruhe- und Schutzbedarf der Tiere entsprochen wird.

Art. 6 Nutz- und Haustierverordnung, Anforderungen an Unterstände: Kann im Sömmerungsgebiet die geforderte Fläche im Unterstand nicht erreicht werden, so ist bei extremer Witterung durch geeignete Massnahmen sicherzustellen, dass dem Ruhe- und Schutzbedarf der Tiere entsprochen wird.

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