29.03.2016 07:19
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Kälber
Kälber: Unbegrenztes Tränkeangebot gut für Gesundheit
Ein freiwilliges und unbegrenztes Tränkeangebot beugt Durchfallerkrankungen bei Kälbern vor und verbessert die Vitalität der jungen Tiere nachhaltig. Das zeigen Versuche der Universität Rostock, mit denen der Einfluss der Fütterung auf die Gesundheit von Kälbern untersucht wurde.

Im Rahmen der Studie habe sich anhand der sogenannten „Kälbermama“ gezeigt, dass die Nachahmung eines natürlichen Kuheuters die natürliche Milchaufnahme der Kälber fördere, berichtete Prof. Petra Wolf von der Universität Rostock.

Anders als in früheren Untersuchungen könnten die Jungtiere dabei so oft und so viel trinken wie sie wollten. Dies garantiere, dass die Kälber optimal mit Milch versorgt seien und dementsprechend gesünder und vitaler erschienen als unter anderen Bedingungen, erläuterte Wolf. Diese Kälber sind später jene Kühe, die widerstandsfähig sind und mehr Milch geben, heisst es im Communiqué.

Nach ihrer Darstellung bietet die „Kälbermama“ auch noch andere, praktische Vorteile. So müsse nicht mehr jedes einzelne Kälbchen aufwendig an das Trinken gewöhnt werden, da die „Kälbermama“ dem Euter der Mutterkuh nachempfunden sei und die Tiere ihrem Instinkt folgen könnten. Zudem erhalte der Landwirt bei Unregelmässigkeiten vom System ein Signal auf sein Handy. So seien die Tiere rund um die Uhr überwacht.

Der Master-Student Matthias Miesorski hat sich in seiner Bachelorarbeit mit dem Saugverhalten neugeborener Kälber beschäftigt. Dabei wurde das Futter der einen Gruppe dreimal am Tag (aber immer nur 2,5 Liter) angeboten. Die andere Gruppe der Kälber saugte an einem Automaten, also der so genannten Kälber-Mama, bekam dort die Milch unbegrenzt zur freien Verfügung.

„Die Kälbchen, die wussten, dass am Automaten immer Milch zur Verfügung steht, waren weniger hektisch. Sie tranken über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten. Außerdem zeigten diese Kälber in geringerem Umfang, wie oft zu beobachten, ein gegenseitiges Besaugen oder ein Lecken an der Stalleinrichtung. Die Befürchtung, dass es durch die grossen Mengen an Milch zu Durchfallerkrankungen kommt, wurde nicht bestätigt“, konstatiert Matthias Miesorski. Er gehört zu einer Gruppe von vier Studenten, die sich insbesondere in dem Forschungsprojekt dem Thema Tierwohl widmen.

Diese Erkenntnis überrascht Professorin Wolf nicht. „Die Kälbchen in unserem Forschungsprojekt verzeichnen täglich eine gute Gewichtszunahme, haben ein glänzendes Fell, sind putzmunter und ohne Durchfall“. Hier lesen Sie mehr

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