2.02.2018 13:20
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Herpes: 657 Tiere werden getötet
In Padenstedt, zwischen Hamburg und Kiel liegend, ist auf zwei Betrieben eines Landwirts das Rinderherpes-Virus (BHV1) nachgewiesen worden. Sämtliche 657 Rinder werden geschlachtet. Ein Teil des Schadens wird ausgeglichen.

Weil einige seiner Kälber husteten, hat der Landwirt vor zwei Wochen den Tierarzt auf den Betrieb bestellt. Die Diagnose fiel verheerend aus. Mittels Tupferprobe wies der Veterinär das BHV1-Virus nach. Die Veterinäraufsicht des Bundeslandes Schleswig-Holstein wurde eingeschaltet.

Landwirt hat sich völlig korrekt verhalten

Anschliessend wurde der gesamte Bestand auf Antikörper gegen das Virus untersucht, wie die «Kieler Nachrichten» berichten. 89 Prozent der Tiere waren positiv. In sämtlichen Ställen waren Rinder betroffen. Zwar war bei den wenigsten Tieren die Seuche bereits ausgebrochen, doch diese verbreiteten als Träger das Virus weiter.

Das niederschmetternde Fazit: Sämtliche 657 Tiere müssen geschlachtet werden. Einige wurden bereits getötet, die übrigen Rinder werden in kommenden Tagen auf die Schlachtbank geführt. Bis Ende Februar müssen die Ställe geräumt werden. Der Landwirt habe sich kooperativ und völlig korrekt verhalten, teilte die Veterinäraufsicht mit.

Der dritte Fall innert Monatsfrist

Der Landwirt bekommt eine Entschädigung aus dem Tierseuchenfonds. «Die lindert den Schaden, gleicht ihn aber nicht aus», macht Amtstierarzt Stefan Bork gegenüber ndr.de klar. Weil das Virus nicht auf den Menschen übertragbar ist, kann das Fleisch der Tiere laut Landwirtschaftsministerium bedenkenlos in den Handel gebracht werden.

Im vergangenen Dezember wurde in Nordrhein-Westfalen auf zwei Betrieben Rinderherpes nachgewiesen. In der Ortschaft Stadtlohn wurden insgesamt 680 Rinder getötet. Erst im Sommer 2017 wurde Nordrhein-Westfalen als letztes Bundesland frei vom Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) erklärt. Damit galt ganz Deutschland frei von dieser Seuche. Mit der Anerkennung der BHV1-Freiheit entfielen für die Bauern kostspielige Auflagen für die Vermarktung von Rindern innerhalb Deutschlands.

Die Abkürzung steht für den Bovine Herpesvirus 1 und kann bei Rindern schwere Erkrankungen der oberen Atemwege und Entzündungen der Genitalien auslösen. Eine Besonderheit bei beiden Verlaufsformen dieser Infektionskrankheit besteht darin, dass ein einmal infiziertes Tier lebenslang Virusträger bleibt. Diese Tiere erscheinen gesund, tragen jedoch das Virus in sich und können es jederzeit unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. bei Stresssituationen wie Kalbung, Stallwechsel etc.) wieder ausscheiden und so weiterverbreiten. Das macht die BHV1-Sanierung in Rinderbeständen relativ schwierig, CVUA auf seiner Website. BHV1 verursacht insbesondere als «Handelserkrankung» durch Restriktionen im Hinblick auf die Vermarktung von Rindern wirtschaftliche Verluste. 

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