11.01.2020 19:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Erneut Tierschutzprobleme im Allgäu
Nach einem anonymen Hinweis ist ein Hof in Dietmannsried im Oberallgäu (D) mit 480 Milchkühen und 100 Kälber von Veterinären unangekündigt kontrolliert. Die Hälfte der Tiere hatten massive Entzündungen und Klauenprobleme. Es ist nicht der einzige Betrieb im Ober-und Unterallgäu der gegen den Tierschutz verstossen hat.

Auf einem weiteren Rinderbetrieb im Allgäu sind Tierschutzverstösse festgestellt worden. Laut Presseberichten wurde nach einem anonymen Hinweis ein Hof in Dietmannsried im Oberallgäu mit 480 Milchkühen und 100 Kälber am vergangenen Mittwoch von Veterinären unangekündigt kontrolliert. Dabei wiesen nach Angaben des zuständigen Landratsamtes rund die Hälfte der Tiere teilweise massive Entzündungen und Klauenprobleme auf, so dass sie tierärztlich behandelt werden mussten. Ein Tier musste laut „Süddeutscher Zeitung“ sogar notgeschlachtet werden.

Darüber hinaus befanden sich weitere Rinder in einem schlechten Ernährungszustand. Der Hof war den Behörden bereits wegen Mängeln bekannt; die angeordneten Verbesserungen wurden nicht durchgeführt. Nun wird über ein Tierhaltungsverbot nachgedacht. Im Ober- und Unterallgäu war es in den vergangenen Monaten bereits auf anderen Betrieben zu Tierschutzverstössen gekommen, unter anderem im August auf einem grossen Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach.

Staatliches Tierwohllabel gefordert

Angesichts des erneuten Tierschutzskandals verlangten Politiker der bayerischen SPD Aufklärung sowie Tierwohlreformen in der Landwirtschaft. Erneut gebe es Tierschutzprobleme und wieder bei einem grossen Betrieb mit hohem Viehbestand, stelle der Umweltsprecher der SPD-Landtagsfraktion, Florian von Brunn, fest. „Klar ist: Wir brauchen endlich ein staatliches Tierwohllabel und härtere Sanktionen bei Tierwohlverstössen“, betonte der SPD-Politiker. Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber müsse sich daran messen lassen, ob er beim Nachtragshaushalt die notwendigen Veterinärstellen durchsetzen könne.

Für die SPD-Agrarsprecherin Ruth Müller ist es an der Zeit, die Förderung für landwirtschaftliche Betriebe endlich gründlich zu überarbeiten. „Nicht ‚je grösser und je mehr Tiere, desto mehr Förderung' darf länger die Maxime sein, sondern die Betriebe müssen gefördert werden, die das Wohl ihrer Tiere in den Blick nehmen und den Naturschutz beachten", betonte die SPD-Politikerin.  

 

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