6.03.2014 09:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Otto Graf
Basel-Land
Eine Kuh zeigt äusserlich, was sie fühlt
Die Fütterung der Milchkühe und das Behandeln von Klauenkrankheiten stand im Mittelpunkt des Infoanlasses.

Rund 70 Bäuerinnen und Bauern, die dem Fleckviehzuchtverband Baselland angeschlossen sind, liessen sich an einer ganztägigen Fachtagung über die Ernährung der Milchkühe, aber auch über das Erkennen und das Behandeln von Krankheiten informieren.

Nach dem theoretischen Teil in den Räumlichkeiten des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain (LZE) in Sissach mischten sich die Teilnehmenden am Nachmittag im praktischen Teil unter die Milchkühe auf dem Chrüeglihof der Betriebsgemeinschaft Gisin und Erb im benachbarten Rickenbach.

Klare Signale

«Die Kuh sagt uns eigentlich alles», hielt Fabian Dettwiler, Leiter Betriebliche Ausbildung am LZE, fest. Was zuvor als trockene Materie daherkam, schauten sich die Verbandsmitglieder nach der Mittagspause am lebenden Beispiel an. Obwohl die Kuh meist stumm bleibt, zeige sie mit ihrem Verhalten und ihrem Äusseren, wie sie sich fühlt, sagte Dettwiler. Die Signale, die sie aussendet, mögen für Aussenstehende schleierhaft sein.

Die Bäuerinnen und Bauern, die täglich mit ihren Tieren zu tun haben, wissen sehr wohl, was etwa das Spiel der Ohren oder das Mahlen, das heisst die Frequenz des Wiederkäuens zu bedeuten haben. Auch die Geometrie der Rückenlinie, die Augen, die Nase, das Euter, die Konstitution, der Gang und viele andere Indizien liefern klare Hinweise über den Gesundheitszustand der Kuh. Nur eine gesunde Kuh, bekräftigte der Referent, könne die Erwartungen des Landwirts bezüglich Milchleistung erbringen. Die Gesundheit der Tiere zu erhalten, gehört deshalb zu den anspruchsvollsten, aber auch zu den schönsten Aufgaben auf einem Bauernhof.

Lohnende zehn Minuten

Von zentraler Bedeutung ist nebst der Hygiene die Fütterung mit einer ausgewogenen Zufuhr mit genügend strukturwirksamen Fasern und ausreichend Wasser. Stimmt etwas nicht, können sich Mangelerscheinungen und Krankheiten zeigen, von denen auch die Klauen betroffen sind. Die Folgen von Klauenerkrankungen, erklärte Dettwiler, seien gestresste und abgemagerte Tiere mit Schmerzen, Stoffwechselproblemen und mit einer verminderten Milchleistung.

Der Landwirt, folgerte der Referent, sehe sich mit höheren Tierarztkosten, einem erhöhten Betreuungsaufwand und geringeren Erträgen aus dem Milchverkauf konfrontiert. Im ungünstigsten Fall, wenn der Veterinär nicht mehr ausrichten kann, müssten sogar neue Tiere erworben werden. «Nehmt euch bei jedem Gang in den Stall ein paar Minuten Zeit und schaut eure Tiere genau an», gab Fabian Dettwiler zu verstehen und verwies auf ein entsprechendes Merkblatt. Dieses zeigt anschaulich nicht nur die gut 30 Stellen, mit der die Kuh Einblick in ihren Gesundheitszustand gibt. Es gibt auch Tipps, wie die Signale, die das Tier aussendet, zu interpretieren und welche Massnahmen angezeigt sind.

Die Tierärztin Andrea Fiedler und der Klauenpfleger Immanuel Näf setzten sich sowohl im theoretischen und praktischen Teil eingehend mit den Ursachen und den Chancen beim Bekämpfen der Krankheit «Mortellaro», auch Erdbeerkrankheit genannt, einer schmerzhaften Hautentzündung des unteren Rinderfusses, auseinander. Dabei kam auch der Hochdruckreiniger zum Einsatz, gefolgt vom Anlegen eines Heilpflasters. Vorbeugen sei besser als Heilen, sagte Näf und unterstrich die Bedeutung der Hygiene im Stall.

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