7.06.2018 12:46
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Staatliches Tierwohllabel geplant
Das Bundeslandwirtschaftsministerium und die QS Qualität und Sicherheit GmbH ringen weiter um den richtigen Weg für das geplante staatliche Tierwohllabel. Agrarstaatssekretär Hermann Onko Aeikens zeigte sich verwundert über die QS-Mitteilung, er habe sich bei einem Treffen mit dem QS-Kuratorium für eine Substitution der bisherigen ersten Stufe des geplanten staatlichen Tierwohlkennzeichens durch die Brancheninitiative Tierwohl ausgesprochen.

Der Staatssekretär wies diese Interpretation gegenüber agrar-europe zurück. Er habe vielmehr deutlich darauf hingewiesen, dass die Kriterien der Brancheninitiative Tierwohl angepasst und modifiziert werden müssten, um der geplanten ersten Stufe des Tierwohlkennzeichens und den Vorstellungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums gerecht zu werden.

Nur unter dieser Voraussetzung könnten Fördermöglichkeiten durch die Europäische Kommission für teilnehmende Betriebe genutzt werden, erläuterte Aeikens.

Wirtschaft will Label

QS-Geschäftsführer Hermann-Josef Nienhoff bekräftigte unterdessen das Angebot, die Initiative Tierwohl weiterzuentwickeln, um die Voraussetzungen für eine Verknüpfung mit dem staatlichen Label zu schaffen. Die Wirtschaft werde dem Ministerium dazu innerhalb der kommenden vier bis sechs Wochen einen Vorschlag unterbreiten, der neben modifizierten Kriterien auch Lösungen für Fragen der Organisation sowie der Finanzierung über den Markt enthalten werde.

„Die Wirtschaft will den Erfolg des Labels“, betonte Nienhoff. Dazu zähle, dass man eine „gewisse Breitenwirkung“ ebenso gewährleisten müsse wie die Umsetzung im Markt. „Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und der Lebensmittelhandel brauchen Planungssicherheit“, so der QS-Geschäftsführer. 

Mehr Tierwohl auf breiter Ebene

Nienhoff hatte anlässlich der Sondersitzung des QS-Kuratoriums mit Staatssekretär Aeikens seine Forderung nach einer Verknüpfung des geplanten staatlichen Tierwohllabels mit der Initiative Tierwohl (ITW) bekräftigt.

„Ein Tierwohllabel, das nicht gut mit der ITW verzahnt wird, riskiert, ohne grosse Marktanteile und damit ohne Bedeutung zu enden“, erklärte Nienhoff. Für ihn ist das Modell der ITW „das erste erfolgreiche, das mehr Tierwohl auf breiter Ebene in die Ställe bringt“. Von den Massnahmen profitierten aktuell 25,3 Millionen Schweine und 572,4 Millionen Hähnchen und Puten. 

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