8.10.2014 16:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Graubünden
Chur: Tauben haben Taubenpest - 70 Vögel tot
Unter den Tauben in der Stadt Chur ist die Taubenpest ausgebrochen. Etwa 70 Tiere oder die Hälfte des Taubenschlags der St. Martinskirche in der Altstadt hat die hochansteckende Krankheit in den letzten drei Wochen dahingerafft.

Die Tauben seien mit dem «Pigeon Paramyxovirus 1» infiziert, auch Taubenpest genannt, teilte das Bündner Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit am Mittwoch mit. Das Virus führe zu Krankheitsausbrüchen mit Todesfällen und könne grundsätzlich auch Nutzgeflügel infizieren.

Hochansteckene Viruserkrankung

Auch Menschen können betroffen sein, wie es weiter hiess. Unter gewissen Umständen könne bei Personen, die in engem Kontakt mit erkrankten Tieren stehen, eine Bindehautentzündung beobachtet werden. Deshalb sei es wichtig, die minimalen Hygienemassnahmen im Umgang mit Tauben zu beachten und keine toten oder kranken Tiere zu berühren. Die Ansteckung des Menschen erfolgt über Ausscheidungen der kranken Tiere.

Beim Fall von Taubenpest in der Churer Altstadt handelt es sich um eine akute Form der hochansteckenden Viruskrankheit mit Todesfällen ohne eigentliche Symptome. Einige Vögel zeigten zentralnervöse Störungen wie Bein- oder Flügellähmungen, hiess es.

Letzter Fall in Genf

Laut Behördenangaben sollten die Tauben nicht gefüttert werden. Jeder Kontakt zu den Vögeln sei zu vermeiden. Die Behörden wollen den Taubenschlag der St. Martinskirche vermehrt überwachen, reinigen und desinfizieren. Es wird angenommen, dass eine kleine Zahl der Taubenpopulation die Krankheit überleben wird.

Laut dem Bündner Kantonstierarzt Rolf Hanimann ist die Taubenpest eine Seuche, die nicht häufig auftritt. Der letzte Fall in der Schweiz sei Anfang Jahr in Genf registriert worden. Bis zu 80 Prozent der Tiere seien dort verendet.

Taubenpest

Die Taubenpest ist eine Variante der Newcastle Disease (ND) und ist eine hochansteckende Viruskrankheit der Tauben. Andere Vogelarten wie Gänse, Enten, Zier- und Wildvögel und auch Nutzgeflügel sind weniger gefährdet. Beim aktuellen Fall handelt es sich um eine akute Form mit Todesfällen ohne wahrnehmbare Symptome, zum Teil zeigen die Tauben auch zentralnervöse Störungen wie Bein- oder Flügellähmungen. Der Mensch kann sich bei engem Kontakt zu den erkrankten Tauben über alle Sekrete und Exkrete anstecken und an einer Bindehautentzündung erkranken. Es ist anzunehmen, dass eine kleine Zahl der Taubenpopulation die Krankheit überleben wird.

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