23.05.2019 16:58
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Wallis
BVD im Wallis: Betriebe gesperrt
Im Kanton Wallis haben sich im vergangenen Jahr auf der Alpe Bel bei Belalp VS mehrere Rinder mit dem BVD-Virus angesteckt. Mehrere Tiere wurden getötet. Einige Rinder sind noch unter Verbringungssperre.

Eine böse Überraschung erlebten mehrere Viehzüchter im vergangenen Jahr im Oberwallis. Auf der Alpe Bel haben sich im vergangenen Sommer mehrere Tiere mit dem Bovinen Virus-Diarrhoe angesteckt. Insgesamt wurden 120 Tiere auf der Alp gesömmert.

Erst im Herbst entdeckt

Wie der «Walliser Bote» in seiner Donnerstagausgabe berichtet, mussten zwischenzeitlich 35 Tiere von neun verschiedenen Betrieben unter Sperre gesetzt werden. 13 infizierte Kälber mussten gar geschlachtet werden, sagt Kantonstierarzt Eric Kirchmeier zur Zeitung. Derzeit gilt für sieben Tiere aus 2 Betrieben immer noch eine Verbringungssperre.

Das Virus wurde aber erst im Herbst bei den Milchproben entdeckt. «Bei diesen Kontrollen haben wir in mehreren Betrieben erhöhte BVD-Werte festgestellt. In der Folge zeigte sich, dass die betroffenen Betriebe ihre Tiere gemeinsam auf der Alp Bel sömmerten», so der Kantonstierarzt zum «Walliser Bote». In der Folge wurden die Sperren ausgesprochen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Auslöser-Tier unbekannt

Ungeklärt bleibt, durch welche Tiere der Virus auf die Alp gelangt ist. «Niemand kennt die genaue Ursache. Man kann uns nicht sagen, welches Tier der Auslöser war. Diese Ungewissheit ist für die Züchter eine frustrierende Situation», erklärt Beat Imhof, Präsident der Alpgenossenschaft. Für die diesjährige Sömmerung wurden Vorsichtsmassnahmen vorgenommen. Er werden keine neuen Tiere in den aktuellen Bestand aufgenommen.

Im vergangenen Jahr wurde auch auf einer zweiten Oberwalliser-Alp BVD nachgewiesen. Drei tote Kälber wurden im Herbst auf der Sömmerungsalp im Turtmanntal positiv auf den Virus getestet. Das Muttertier sei wegen der hohen Ansteckungsgefahr getötet worden, berichtete der «Walliser Bote». Gegen 88 Tiere, die auf der Alp im Turtmanntal gesömmert wurden, wurden Verbringungssperren verfügt.

2018 wurden in der Schweiz in 180 Fällen der Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD) festgestellt, 30 Prozent weniger als 2017. Das Ziel, die Seuche auszurotten, wurde damit nicht erreicht. Gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sind damit 99.2 Prozent aller Betriebe in der Schweiz BVD-frei. Trotzdem will der Bund die Überwachung in diesem Jahr intensivieren. Mit Tankmilchproben respektive Blutproben sollen kranke Tiere aufgespürt werden.

BVD

BVD ist eine durch einen Virus verursachte bedingte Durchfallerkrankung. Während der Grossteil der BVD-Infektionen symptomlos, d.h. vom Landwirt unbemerkt abläuft, erkranken einige Tiere schwer an Durchfall, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Erosionen (nässende Substanzverluste) am Flotzmaul. Auch Fruchtbarkeitsstörungen und Fehlgeburten gehören zu den Symptomen. Betroffen sind Wiederkäuer, vor allem Rinder. Kälber, die sich im Mutterleib mit BVD -Viren anstecken, können persistent infizierte, sogenannte PI-Tiere werden. Sie streuen lebenslang Viren und stellen daher die Hauptansteckungsquelle dar. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

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