11.06.2018 18:41
Quelle: schweizerbauer.ch - Eveline Dudda, lid
Serie Tierwohl (6/35)
Besitzer entscheidet über Tierstatus
Tierwohl ist ein Schlüsselelement für die hohe Akzeptanz der heimischen Landwirtschaft in der Bevölkerung. In der Serie «Tierwohl» werden die zahlreichen Aspekte beleuchtet. Im Teil sechs geht es um die Definition von Heim- und Nutztieren.

Wildtiere leben in erster Linie in der Wildnis. Haustiere leben dagegen in der Nähe von Haus und Hof. Zu den Haustieren im Sinne der Gesetzgebung gehören alle domestizierten Tiere der Pferde-, Rinder-, Schweine-, Schaf- und Ziegengattung (ausgenommen exotische Arten); domestizierte Yaks und Wasserbüffel; Lamas und Alpakas; Hauskaninchen, Haushunde und Hauskatzen; Haustauben sowie Hausgeflügel wie Haushühner, Truthühner, Perlhühner, Hausgänse und Hausenten. Zu den Wildtieren gehören alle Wirbeltiere (ausser Kopffüssern und Panzerkrebsen), die von der Verwendung her nicht unter die Haustiere fallen 

Die Tierschutzverordnung unterscheidet bei den Haustieren zwischen Heim- und Nutztieren. Nutztiere werden in irgendeiner Form wirtschaftlich genutzt. Sie liefern Fleisch, Milch, Wollfasern, Fell, Fett, Eier oder werden als Zug- und Lasttiere eingesetzt. Im weitesten Sinn kann ihr Nutzen auch nur darin bestehen, dass sie Gras fressen und Grünland so vor der Verwaldung schützen und die Landschaft offenhalten.

Einteilung nach Funktion

Heimtiere werden laut Tierschutzverordnung dagegen „aus Interesse am Tier oder als Gefährten im Haushalt“ gehalten. Dazu kommt im Gesetz die dritte Kategorie Versuchstiere.

Die Einteilung in Nutz-, Versuchs- und Heimtiere hat nichts mit der Tierart an sich zu tun, sondern mit ihrer Funktion. Ob z.B. ein Pferd ein Heimtier oder ein Nutztier ist, entscheidet allein sein Besitzer. Die Einteilung ist auch kulturell bedingt: Ein Hund wird in der Schweiz als Heimtier gehalten, während er in anderen Ländern zu den Fleischlieferanten und damit den Nutztieren zählt. 

Insekten nicht im Tierschutzgesetz

Nicht alles was kreucht und fleucht fällt unter die Tierschutzgesetzgebung. Die Tierschutzverordnung regelt nur den Umgang mit Wirbeltieren, Kopffüssern (Cephalopoda) und Panzerkrebsen (Reptantia).

Seit dem 1. September 2008 werden auch Fische durch die Tierschutzgesetzgebung geschützt. Wirbellose Tiere wie Schnecken, Würmer oder Insekten – auch wenn diese neuerdings für die Produktion von Lebensmitteln verwendet werden können – fallen nicht unter das Tierschutzgesetz. 


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