13.02.2019 18:26
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Fleischmarkt
«Zitrone irgendwann ausgepresst»
Die Produktion von Schweinefleisch ist derzeit so tief wie seit elf Jahren nicht mehr. Die Preise sind deutlich tiefer als damals. Der Schweinezyklus funktioniert nicht mehr wie früher.

Auf dem Schweinemarkt wechseln sich traditionell Phasen mit einer hohen Produktion und tiefen Preisen und Phasen mit einer tieferen Produktion und besseren Preisen ab. Derzeit ist die Produktion so tief wie 2008, doch der Schweinepreis ist weit vom damaligen Preisniveau entfernt. Damals galten Schlachtschweine in den besten Monaten 5.30 Fr./kg SG, heute sind es aktuell 4.30 Fr./kg SG.

Ein Grund für diese Entwicklung ist der allgemeine Trend zu tieferen Produzentenpreisen. Ein anderer ist der sinkende Konsum von Schweinefleisch. Zwar ist die Produktion in den letzten Jahren tendenziell gesunken (siehe grüne Linie), doch lag sie  permanent über dem Marktbedarf. Felix Grob, Geschäftsführer von Suisseporcs, sagt zur Entwicklung des Schweinezyklus: «Es ist leider die brutale Realität, dass das Preisniveau für Schlachtschweine in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken ist.» 

Bisher hätten die Produzenten diesen Preisrückgang mit dem Produktivitätsfortschritt auffangen können. Die Zucht, das Management und die Fütterung sind besser geworden. «Doch irgendwann ist die Zitrone ausgepresst.» Diese Entwicklung könne nicht ewig so weitergehen. «Das Einzige, das die Produzenten beeinflussen können, ist die Produktionsmenge. Wir müssen dafür sorgen, dass wir nicht über dem Marktbedarf produzieren. Nur so haben wir eine Chance auf angemessene Preise», appelliert Grob an die Züchter und Mäster.

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