17.06.2017 17:59
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Schweineproduktion rückläufig
Seit Wochen und Monaten berichten Erzeuger und Viehhändler in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern der Europäischen Union, von einem unterdurchschnittlichen Schweineangebot.

Bestätigt wird das nun durch vorläufige Schlachtzahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Demnach wurden in Deutschland von Januar bis April 18,97 Millionen Schweine gewerblich geschlachtet; das waren rund 790 000 Stück oder 4,0 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei um 100 g auf 94,5 kg erhöhten Schlachtgewichten nahm die Schweinefleischerzeugung um 3,9 % auf 1,79 Mio t ab. Auffällig an den Daten der Wiesbadener Statistiker ist, dass spürbar weniger Schlachtschweine aus dem Ausland in den deutschen Schlachtbetrieben zerlegt wurden.

Waren es in den ersten vier Monaten von 2016 noch 1,58 Millionen Stück, so fiel das Aufkommen im vergleichbaren Zeitraum dieses Jahres mit 1,34 Millionen um gut 246 000 Tiere beziehungsweise 15,5 % kleiner aus. Das Angebot aus heimischen Ställen verringerte sich dagegen „nur“ um 3,0 % auf 17,63 Millionen Tiere. Ganz anders sah dagegen die Entwicklung in Spanien aus, wofür allerdings nur Daten von Januar bis März vorliegen. Nach Angaben des Madrider Landwirtschaftsministeriums kamen dort in den ersten drei Monaten 2017 rund 12,85 Millionen Schlachtschweine an den Haken, was gegenüber dem Vorjahresquartal ein Plus von 355 000 Tieren oder 2,8 % bedeutete.

Die spanische Schweinefleischerzeugung legte ebenfalls um 2,8 % zu, und zwar auf 1,13 Mio t. Einen besonders hohen Zuwachs meldete dabei die Region Aragon mit einem Anstieg der Schweineschlachtungen um 12,1 % auf 1,42 Millionen Tiere. Produktionshochburg blieb jedoch Katalonien mit 5,33 Millionen zerlegten Tieren; das waren 2,7 % mehr als im ersten Jahresviertel 2016. Dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) zufolge fielen dagegen die Schweineschlachtungen in Dänemark, Belgien und Italien gegenüber dem ersten Quartal 2016 mit Rückgängen zwischen 4,0 % und 5,4 % spürbar geringer aus. In den Niederlanden wurde indes ein moderater Zuwachs von 1,2 % verzeichnet; möglicherweise, weil dort weniger Tiere zum Schlachten nach Deutschland verkauft wurden.

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