23.12.2013 07:53
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Schweine
Schweine auf grossen Betrieben sind nicht kränker
Eine generelle Wirkungsbeziehung zwischen Bestandsgrösse und höherer Krankheitsanfälligkeit bei Schweinen gibt es nicht. Manche Krankheiten treten unabhängig von der Grösse der Bestände auf, weshalb genau zu unterscheiden ist, um welchen Krankheitstyp es sich konkret handelt.

Das ist das Ergebnis der vom deutschen Braunschweiger Thünen-Institut für Betriebswirtschaft und dem Department für Nutztierwissenschaften der Universität Göttingen gemeinsam betreuten Masterarbeit „Einfluss von Tierbestandsgrössen in schweinehaltenden Betrieben auf Tierverhalten und Tiergesundheit“ von Aileen Ernst.

Internationale Untersuchung

Die Studentin der Agrarwissenschaften wertete nationale und internationale empirische Untersuchungen zu Tiergesundheit und Tierverhalten hinsichtlich des Einflusses der Bestandsgrössen aus. Während für das Tierverhalten bislang kaum Untersuchungen vorliegen würden, habe Ernst zur Tiergesundheit belastbare Ergebnisse in der Literatur gefunden, berichtete das Thünen-Institut vergangene Woche in einer Presseinformation.

Welchen Einfluss die Grösse des Tierbestands auf die Tiergesundheit in der Schweinehaltung habe, lasse sich pauschal nicht beurteilen, denn während die Bestandsgrösse für Krankheiten wie der Influenza bei Schweinen oder dem sogenannten Ferkelhusten - Mycoplasma hyopneumoniae - keinen Einflussfaktor darstelle, könne ihre Wirkung bei Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Toxoplasmose als belegt angesehen werden.

Mehr Schweine - weniger Toxoplasmose

Was viele dem Thünen-Institut zufolge jedoch überraschen dürfte: Bei der Erkrankung Toxoplasmose, die hauptsächlich Katzen, aber auch andere Säugetiere befalle, sinke das Risiko einer Infektion laut Studienlage mit zunehmender Bestandsgrösse.

Anders verhalte es sich bei MRSA: Verschiedene Studien hätten die Keime sowohl bei Mastschweinen als auch bei Zuchtsauen in grossen Betrieben häufiger nachweisen können. Seien die Keime früher vor allem im Krankenhaus aufgetreten, häuften sich seit 2005 Nachweise bei Personen, die Kontakt zu MRSA-befallenen Tieren hätten.

Für Pleuritis - Rippen- oder Brustfellentzündung - und das Atemwegssyndrom bei Schweinen (PRRS) stelle sich die Sachlage uneinheitlich dar. Während einige Untersuchungen hier keinen Zusammenhang zwischen Bestandsgrösse und Krankheit hätten feststellen können, sei von anderen ein steigendes Infektionsrisiko mit wachsender Bestandsgrösse verzeichnet worden.

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