13.12.2014 06:27
Quelle: schweizerbauer.ch - Alexandra Schröder
Schweine
Die Suche nach alternativen Rassen für Bio
Viele Schweizer Bioschweinehalter wollen alternative Rassen. Die Favoriten sind die Schwäbisch Hällischen und die Bunten Bentheimer. Der Aufbau einer Schweizer Zuchtpopulation ist aber schwierig.

Bioschweinehalter sind zwar nicht sehr zahlreich, aber es gibt sie, wie die Bioschweinetagung am FiBL in Frick AG gezeigt hat. So auch Andreas Bracher vom Betrieb Oberhuus in Alchenstorf BE. Nachdem er auf Bio umgestellt hat, war sein erster Schritt, «mit den Sauen nach draussen zu gehen». Obwohl viele Schweinezüchter gedacht haben, «der spinnt», ist er vom System überzeugt: «Die Galtsauen haben frisches Futter und Bewegung. Zudem konnten wir so das Mastitis-Metritis-Agalaktie-Problem auf 5% reduzieren.» Wie Bracher besitzen viele Bioschweinehalter Edelschweine und Landrassen. Da kommt immer wieder die Frage auf: Gibt es robustere alternative Rassen, die für den Biolandbau besser geeignet wären?

Bunte Schweine

Dieser Frage ging Mirjam Holinger vom FiBL nach. In Form mehrerer Semesterarbeiten und einem Workshop wurde analysiert, welche Rassen sich am besten eignen würden. Dabei waren folgende Kriterien wichtig: «Die Tiere sind für kleinere Betriebe gedacht, die extensiv bewirtschaftet werden und wo Direktvermarktung stattfindet. Die Tiere sollen also robust sein und eine gewisse Leistung vollbringen, aber in reduzierter Form. Die Rasse ist somit ein Mittelweg zwischen dem Wollschwein und guter Genetik», sagt Holinger. Ausserdem würden sich farbige Rassen gut für die Direktvermarktung eignen. Bei der Analyse kristallisierten sich zwei Rassen heraus: die Schwäbisch Hällischen und die Bunten Bentheimer.

Importe nötig

Da diese Rassen in der Schweiz nicht vorkommen, müssen sie aus Deutschland importiert werden. Dies ist nicht einfach und verursacht Kosten, da darauf geachtet werden muss, dass keine Krankheiten wie PRRS, APP und EP eingeschleppt werden.   Aufgrund möglicher Krankheiten und kleinen Zuchtpopulationen wird daher von den Bunten Bentheimern eher abgeraten. 

Schweizer Potenzial

Statt alternative Rassen für den Biolandbau im Ausland zu suchen, gibt es auch Möglichkeiten, die in der Schweiz vorhandenen Rassen zu nutzen. Gemäss Henning Luther, Suisag, würde sich die Edelschwein-Vaterlinie (ESV) gut eignen. «Die Wurfgrösse ist etwas kleiner, die  Aufzuchtleistung ist aber gut.» Zuchttiere sind genügend vorhanden. Die ESV sind jedoch nicht robuster als die konventionellen Rassen wie   Edelschwein oder  Landrasse. Inzucht sollte zwingend vermieden werden, z.B. mit Duroc-Vater oder Wechselkreuzung. Duroc-Sauen  und die Rasse Piétrain eignen sich weniger, da die Wurfgrössen zu klein sind. Eine weitere Alternative wären Hampshire, wobei  nur wenig Zuchtschweine in der Schweiz vorhanden sind und  somit Importe zwingend nötig wären.

Kurzporträt Alternative Rassen

Schwäbisch Hällische: Diese robusten Tiere zeichnen sich durch ihr stabiles Fundament, gute Muttereigenschaften und hohe Milchleistung aus. Pro Wurf werden bis 11 Ferkel erwartet,  die Fleischqualität ist sehr gut. Gekreuzt mit Piétrain, ergeben sie hervorragende Masttiere.
Bunte Bentheimer: Diese robuste Schweinerasse fällt durch ihre schwarzen Flecken auf. Die Tiere sind genügsam und haben eine ausgezeichnete Fleischqualität. Pro Wurf können bis zu 12 Ferkel auf die Welt kommen.

Quelle: FiBL

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