12.08.2015 17:23
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Schweinemast ein Verlustgeschäft
Aufgrund der viel zu niedrigen Schlachtschweinepreise können die Mäster nicht mehr kostendeckend arbeiten. Auf diese existenzgefährdende Situation hat am vergangenen Freitag der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Friedhelm Schneider, aufmerksam gemacht.

Nach seinen Angaben lag der Preis pro Kilogramm Schlachtgewicht im Juni 2014 noch bei 1,68 Euro. Vergangene Woche ist er auf 1,38 Euro gefallen. Ein Grund für die Misere sieht Schneider in der Sperrung des russischen Marktes, wodurch für Deutschland ein wichtiger Handelspartner weggefallen sei.

„Wir haben die Bundesregierung aufgefordert, sich für eine schnelle Lösung des Russlandembargos einzusetzen, denn es kann nicht sein, dass für politische Entscheidungen unsere bäuerlichen Existenzen geopfert werden“, betonte der HBV-Präsident. Dieser sieht aber auch den Lebensmittelhandel und die Konsumenten in der Pflicht: „Wer Qualität und mehr Tierwohl will,muss das auch bezahlen“. Laut Schneider werden die Mäster zusätzlich durch gestiegene Futterkosten belastet.

Nach einer Modellrechnung der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) hätten die Mäster im Juli für Ferkel und Futter im Schnitt 120,50 Euro/Schwein aufwenden müssen. Bei der Gegenüberstellung mit dem Schlachterlös von 130,00 Euro/Schwein habe sich eine Bruttomarge von 9,50 Euro/Schwein ergeben. Um aber alle weiteren Kosten wie Arbeit, Tierarzt oder Investitionen decken zu können, würden bei durchschnittlichen Leistungen 15 bis 20 Euro je Schwein benötigt.

„Unsere Schweinemäster leben derzeit von der Substanz und können mit den momentanen Erlösen auf Dauer nicht überleben“, warnte Schneider. Viele der Betriebe hätten in den vergangenen Jahren enorme Investitionen getätigt, um sich für die Zukunft zu rüsten und ihren Schweinen optimale Bedingungen und mehr Tierwohl zu bieten. Gerade diese Halter stünden durch die niedrigen Schweinepreise nun unter einem extremen finanziellen Druck.

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