25.09.2020 15:50
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Deutschland
D: 29 Fälle von Schweinepest
In Brandenburg gibt es inzwischen 29 bestätigte Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen, teilte das deutsche Landwirtschaftsministerium am Mittwoch laut Dow Jones News mit.

Die Fundorte liegen innerhalb des gefährdeten Gebietes im Landkreis Spree-Neisse. Hausschweinbestände sind in Deutschland weiterhin nicht von der Seuche betroffen. 

Fester Zaun zu Polen

"Das Kerngebiet und das gefährdete Gebiet werden gezielt nach toten Wildschweinen abgesucht", sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher. Solange infizierte Wildschweine innerhalb des bestehenden Kerngebiets gefunden werden, ändere sich nichts an der Lage. 

Das Land Brandenburg hat beschlossen, an der Grenze zu Polen einen festen Zaun zu errichten, meldet die "agrarzeitung" online. Der Bund habe für den Zaunbau abhängig von der Seuchenlage die Rechtsgrundlage erweitert. Es sei gut, dass von dieser Möglichkeit nun auch Gebrauch gemacht werde, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Kein absoluter Schutz

Beim Zaunbau sollten die Länder auch darauf zurückgreifen, öffentlichen Grund in Anspruch zu nehmen oder die Einwilligung der Eigentümer einzuholen - unter Berücksichtigung des verfassungsrechtlichen Schutzes von privatem Grundeigentum. Dieses Vorgehen wurde beispielsweise in Belgien kurzfristig und mit grossem Erfolg praktiziert. 

Klöckner betonte aber auch, dass feste Zaunanlagen keinen absoluten Schutz vor der Ausbreitung der ASP bieten könnten. Das sei durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wissenschaftlich bestätigt worden. Vorsicht sei also weiterhin geboten, um die Verbreitung der Seuche zu verhindern. Vor allem denke sie dabei "an Tausende von Pendlern und Lkw, die täglich - nicht nur aus Polen, sondern auch aus anderen Ländern mit ASP-Fällen kommend - unsere Grenzen passieren". 

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