9.04.2018 07:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
China: 30 Fr. Verlust pro Schwein
Der Absturz des chinesischen Schlachtschweinepreises im laufenden Jahr hat sich zuletzt noch einmal verstärkt. Wie das Landwirtschaftsministerium in Peking kürzlich mitteilte, lag der nationale Durchschnittspreis in der letzten Märzwoche nur noch bei 11,20 CNY/kg (1.90 Fr.) Lebendgewicht (LG).

Das entspricht bei einem Ausschlachtungsgrad von 79% etwa 1,84 Euro/kg (2.17 Fr.) Schlachtgewicht (SG). Seit Jahresbeginn hat das Schwein damit
im Mittel rund 27% an Wert verloren, im Vorjahresvergleich waren es sogar gut 30%. 

Vierjahrestief

Im Mai und Juni 2016 in China noch gut 20 CNY/kg LG (3.04 Fr.) für das Schlachtschwein gezahlt worden, das waren in der Spitze mehr als 3,40 Euro/kg (4 Fr.) SG. Vor allem nach dem Frühlingsfest Mitte Februar hat sich dem Ministerium zufolge der Preisverfall verstärkt, der auch die Schweinefleischpreise nach unten drückte. Im Schnitt kostete ein Kilogramm Schweinefleisch Ende März 21,71 CNY (3.3 Fr.). Das waren rund 20% weniger als vor einem Jahr. 

Mittlerweile haben die Schlachtschweinepreise ein Vierjahrestief erreicht und decken die Produktionskosten bei weitem nicht mehr ab. Nach Angaben des Pekinger Agrarressorts wird derzeit pro Schwein ein Verlust von etwa 200 CNY (30 Fr.) gemacht. Ursache für den zuletzt verschärften Preiseinbruch sind laut Ministerium die nachlassende Nachfrage der Konsumenten nach dem Frühlingsfest und ein mehr als ausreichendes Angebot. Die Schlachtschweine wurden im Januar und Februar mit Gewichten von mehr als 124 kg in die Schlachtbetriebe geliefert und waren damit so schwer wie nie zuvor. 

Situation für Bauern verschärft sich


Einen schnellen Anstieg der Schweinepreise erwartendie Analysten des Ministeriums nicht. Nach ihrer Einschätzung dürfte auf der Angebotsseite die höhere Produktivität den Rückgang des Sauenbestandes ausgleichen und so für eine recht stabile Produktion sorgen. Auf Seite der Nachfrage war im vergangenen Jahr ein Rückgang der Schweinefleischeinkäufe um rund 1% zu verzeichnen, und 2018 dürfte sich der leicht negative Trend fortsetzen.

Somit ist davon auszugehen, dass die Schweinepreise vorerst auf dem niedrigen Niveau bleiben und sich die Kostensituation für die Produzenten durch etwas gestiegene Futterkosten sogar noch verschärfen wird. In einer Situation mit ähnlich niedrigen Preisen hatten die chinesischen Erzeuger 2014 ihre Tierbestände spürbar abgebaut, was im Anschluss den Importboom von Schweinefleisch auslöste.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE