16.10.2019 18:57
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Solothurn
Bauer wegen Misshandlung angezeigt
Die Informationssendung «Rundschau» des TV-Senders SRF berichtet am Mittwochabend über den Transport von Schlachtschweinen. Ein Landwirt aus dem Solothurner Jura hat beim Verladen die Tiere am Schwanz und an den Ohren hochgehoben. Nur wurde er angezeigt.

Die TV-Macher strahlen im Bericht Bilder aus, die ihnen von der Tierrechtsorganisation «Tier im Fokus» zugestellt wurden. 

Schreien beim Hochheben

Die Aufnahmen zeigen einen Hof im Kanton Solothurn. Dort werden Schweine Anfang Jahr vom Stall in den Tiertransporter gebracht. Zwei Männer gehen dabei wenig zimperlich an die Arbeit. Einer der beiden Männer greift die Schweine am Schwanz, der andere an den Ohren. Anschliessend werden die Tiere in die Schubkarre hochgehoben.

Die Tiere schreien beim Hochheben sehr laut, anschliessend beruhigen sie sich wieder. Die Solothurner Kantonstierärztin Doris Bürgi erstattet Strafanzeige gegen Landwirt Albert Lindenberger. Sie beruft sich auf das Tierschutzgesetz. Niemand dürfe einem Tier Schmerzen zufügen oder es in Angst versetzen. Und beim Transport heisst seien die Tiere schonend zu behandeln.

Haltung nicht beanstandet

Der Landwirt kann dies nicht nachvollziehen. Früher habe man das auch schon gemacht. «Und so schlimm ist das nicht. Den Tieren macht das nichts aus, wenn man sie an Schwanz und Ohr hochhebt», sagt er zum Reporter. Eine Sau beginne rasch zu schreien. Die Schweine auf dem Hof von Landwirt Lindenberger werden korrekt gehalten. In der Kritik steht das Verladen. «Diesen Vorgang bekommen wir nie zu sehen», sagt Kantonstierärztin Bürgi. Dies sei ein weisser Fleck.

Die Tiere auf dem Hof werden von der Künzler AG aus Richterswil ZH abgeholt. «Wir haben dem Bauern etliche Male gesagt, so gehe es nicht», sagt Geschäftsführer Philippe Düggelin zur Rundschau. Die Künzler AG hatte bereits erwogen, die Geschäftsbeziehung zu beenden. 

Busse von 150 bis 200 Franken

Der ehemalige Tieranwalt des Kantons Zürich, Antoine Goetschel, spricht bei diesem Fall nicht von Tierquälerei. Der Schmerz für die Tiere sei zwar enorm, aber nicht anhaltend. Er vermutet aber, dass die Verhältnisse wie bei Bauer Lindenberger kein Einzelfall sind. «Bauern wollen ihre Schweine schnell transportieren, man will Geld verdienen. Dass es da rau zugeht, davon können wir ausgehen», sagt er. 

Der Anwalt geht davon aus, dass der Bauer eine Busse in der Höhe von 150 bis 200 Franken erhält. 

Der Bericht wird am Mittwochabend ab 20.05 Uhr in der Rundschau auf SRF 1 ausgestrahlt.

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