25.09.2019 16:54
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/reuters
Deutschland
Weidetierprämie gefordert
In Deutschland sind immer weniger Wanderschäfer mit ihren Herden unterwegs. Die deutsche Regierung geht in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen davon aus, dass die Zahl seit 1999 um 70 Prozent zurückgegangen ist, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Nun wird eine Weidetierprämie gefordert.

2016 gab es vermutlich weniger als 100 Wanderschäfer, 1999 waren es noch mehr als 300 gewesen. Exakte Zahlen hat das Landwirtschaftsministerium nach eigener Aussage nicht. Wanderschäfer würden nicht gesondert von anderen Schafhaltern statistisch erfasst. 

Der Bundesverband der Berufsschäfer teilt die Einschätzung der Regierung aber. Verbandschef Günther Czerkus wies in der NOZ darauf hin, dass alle Schäfer wirtschaftliche Probleme hätten. Die Bundesregierung schreibt, dass das durchschnittliche Jahreseinkommen in dem Beruf bei 24'900 Euro (27'100 Fr.) liege. "Eigentlich bräuchten wir schon lange ein Rettungspaket", so Czerkus.

Er verwies auf die Bedeutung der Schafhaltung für den Artenschutz. Das Agrarministerium schreibt in der Antwort, dass etwa 500 Pflanzenarten auf den Flächen wüchsen, die von Schafen, Ziegen oder Rindern beweidet würden - darunter einige, die im Bestand als gefährdet gälten. "Das entspricht 15 Prozent unserer Flora", so Staatssekretär Michael Stübgen. Czerkus forderte, dass diese Leistung der Schäfer entlohnt werden müsse.

Die Grünen im Bundestag unterstützen das. Steffi Lemke, naturschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, sagte: "Schafe, Ziegen und Rinder leisten Unersetzliches für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft." Gemeinsam mit ihrem Fraktionskollegen Friedrich Ostendorff fordert sie daher eine deutschlandweite Weidetierprämie. 30 Euro pro Muttertier schlagen die Grünen vor. Ostendorff sagte, eine solche Prämie sei notwendig, "weil die Schäferei nicht nur Tiere, Natur und Klima schützt, sondern auch eine wunderschöne Form der Landwirtschaft darstellt".

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