16.08.2017 15:43
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Wolf
Wegen Wolf: Schäfer verlässt Alp
In diesem Jahr wurden vermehrt Risse von Schafen durch Wildtiere registriert. Aus Angst vor weiteren Verlusten zieht ein Berner Schafhalter seine Herde frühzeitig von der Alp ab.

Die Wolfspopulation in der Schweiz wird laufend grösser. So haben die Rudel im Wallis, Tessin und im Graubünden erneut Nachwuchs erhalten. Sie sorgen aber für Probleme, da sie Schafe und Ziegen reissen. So hat Wolfsrüde M75 auf seinem Streifzug nicht weniger als 55 Tiere getötet. Auch im Kanton Bern kommt es zu mehr Zwischenfällen. Der Berner Schafzuchtverband ist darüber erschüttert, wie es in einem Communiqué von Mittwoch heisst.

Rolf Rüfenacht, Präsident des Verbandes bestätigt, dass in vergangener Zeit in den Sömmerungsgebieten Engstlenalp und Sustengebiet Schafe gerissen wurden. Vermutlich handelt es sich um einen Wolf. Den toten Tieren auf der Engstlenalp konnten DNA-Proben entnommen werden. Die Resultate sind noch ausstehend.

Die Wildtiere würden nicht mehr in den Alpen und Voralpen umherziehen, sondern bis in die Agglomerationen vordringen, heisst es weiter. Gemäss einem Bericht des «Berner Oberländer» von dieser Woche wurden in Gurzelen bei Thun drei Schafe gerissen. Laut der Tageszeitung könnte es ein Wolf gewesen sein.

Rolf Rüfenacht hat aus den Vorfällen auf der Engstlenalp die Konsequenzen gezogen. Aus Angst, noch mehr Tiere zu verlieren, ist er mit seiner Herde frühzeitig aus der Sömmerung zurückgekehrt. Der Schafzuchtverband fordert nun Massnahmen. «Der aktuelle Umgang mit Raubtieren ist unbefriedigend», heisst es unmissverständlich in der Mitteilung.

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