1.05.2018 12:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Über 40 Schafe sterben wegen Wolf
Im nördlichen Schwarzwald sind nach einem Angriff in einer umzäunten Weide mehr als 40 Schafe gestorben. Als Angreifer wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf vermutet. Der Bürgermeister von Bad Wildbad ist alarmiert.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt, sind bei Wolf-Attacke in Bad Wildbad, rund 25 Kilometer südlich von Pforzheim, über 40 Schafe gestorben. Einen Grossteil soll der Wolf gerissen haben, einige mussten wegen ihrer schweren Verletzungen getötet werden.

Einige Tiere sind aus Panik in einen Bach gesprungen und ertrunken. «Es war ein Bild des Grauens», sagte Anette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, am Montag der dpa.  Gemäss einer ersten Untersuchung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) vor Ort ist für den Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf verantwortlich. Die genetische Analyse wird einigen Tagen erwartet. Sollte es sich beim Angreifer um einen Wolf handeln, wird der Schäfer entschädigt.

Die rund 150 Schafe weideten erst seit einigen Tagen auf der umzäunten Weide. Gemäss Wohlfarth könnte das Raubtier über den Fluss in die Weide eingedrungen sein. «Weidetierhaltung und Wolf zusammen funktioniert nicht flächendeckend in Baden-Württemberg», sagt die Geschäftsführerin. Wenig erbaut über die Anwesenheit des Wolfes ist auch der Bürgermeister von Bad Wildbad, Klaus Mack. «Wenn die Rückkehr des Wolfes dazu führt, dass sich die Touristen im Wald nicht mehr sicher fühlen, dann muss die Politik diesem Treiben Einhalt gebieten», sagt er dem SWR. In der Region wurden bereits im vergangenen November Schafe gerissen.

In Baden-Württemberg sind seit 2015 mindestens vier Wölfe gesichtet worden. Deutschlandweit gibt es rund 800 Wölfe, vor allem Niedersachsen und in Ostdeutschland. Im Jahr 2016 wurden über 1’000 Nutztiere durch Wölfe getötet oder verletzt. Vor allem Schafe und Ziegen werden gerissen, aber auch Rinder.

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