12.04.2018 15:07
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Schaf Erika demonstriert
Die deutschen Schäfer sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Vor dem Landtag Baden-Württemberg in Stuttgart haben sie eine Petition mit 120'000 Unterschriften überreicht. Der Bundesverband der Berufsschäfer fordert ab 2019 eine Weidetierprämie von 38 Euro (45 Franken).

Die Schäfer machen in 11 weiteren Städten auf ihre schwierige Lage aufmerksam, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Kern ihres Anliegens: Statt einer Prämie pro beweidete Fläche möchten die Schäfer eine Prämie pro Weidetier.

Die geforderte Prämie soll Schäfer für ihre gesellschaftliche Leistung im Natur- und Landschaftsschutz entlohnen. Mit der neuen Abgeltung sollen die Bedingungen für den Nachwuchs verbessert werden, sagt Thomas Golz vom Bundesverband der Berufsschäfer gegenüber der dpa. Es sei die einzige Möglichkeit, die Schäferei in Deutschland zu erhalten.

Übergeben wurden die Unterschriften der Agrarstaatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU). «Wir sind gekommen, um für die Schäfer in Deutschland um Hilfe zu bitten», sagte Sven de Vries vom Verband. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat de Vries sein Schaf Erika mit nach Stuttgart genommen. Dank der Petition hoffen die Berufsschäfer auf eine positive Entscheidung bei der Agrarministerkonferenz Ende April. Gurr-Hirsch dämpft aber allzu grosse Hoffnungen. Die Fehleranfälligkeit und der Dokumentationsaufwand sei sehr gross, mahnte sie.

Abwärts mit dem Berufsstand ging es besonders ab dem Jahr 2005. Damals liess die EU die Mutterschafprämie fallen. 2016 gab es in Deutschland noch 989 Schäfereien im Haupterwerb, 13 Prozent weniger als 2010. 


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