3.11.2018 19:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Verbände
Präsident nicht freigestellt
Alwin Meichtry, Präsident des Schweizerischen Schafzuchtverbands (SSZV), wird nicht per sofort freigestellt. Dies hat der SSZV-Vorstand am Freitag an seiner Krisensitzung mit fünf zu drei Stimmen entschieden, wie schweizerbauer.ch aus gut unterrichteten Quellen in Erfahrung bringen konnte.

Die drei unterlegenen Vorstandsmitglieder, dem Vernehmen nach auch Vizepräsident Thomas Eugster, beantragten gemäss den Quellen von schweizerbauer.ch Meichtrys sofortige Freistellung. Die Mehrheit entschied sich jedoch für einen sanfteren Abgang auf die nächste Delegiertenversammlung, die Ende Februar 2019 in Aigle VD stattfinden wird. 

Vorstandsmitglieder wenden sich von Meichtry ab
 
Das letzte Wort sei damit jedoch noch nicht gesprochen, wie «Schweizer Bauer» erfahren hat. Zumindest bis zur nächsten Krisensitzung, die am Dienstag, 13. November, stattfinden wird. Bis dahin sollen mit Meichtry Gespräche stattfinden, um ihn womöglich zum freiwilligen Rücktritt zu bewegen, so die Quellen
 
Ausgelöst wurde der jüngste Eklat im Schafzuchtverband durch Meichtrys Klagen gegen den ehemaligen Vizepräsidenten Werner Wicki und das offiziell noch amtierende, aber freigestellte Vorstandsmitglied Caterina Lamoni, worüber die beiden Beschuldigten den «Schweizer Bauer» in Kenntnis gesetzt haben. Seither wenden sich auch Vorstandsmitglieder, die Meichtry bislang noch unterstützt haben, von ihm ab. Sie sind der Ansicht, dass er als Präsident nicht mehr tragbar ist. Aus Furcht vor weiteren Klagen wagen sie sich aber nicht mehr, sich öffentlich zu äussern. Die Freistellung per sofort hätte dazu beitragen sollen, bis zur Delegiertenversammlung von Februar 19 einen valablen und befähigten Nachfolger zu finden, lassen die Quellen schweizerbauer.ch wissen.

Präsident Alwin Meichtry hat telefonische Anfragen von schweizerbauer.ch nicht beantwortet.

Ehrverletzung und Entsorgungsbeitrag

Im September machte der «Schweizer Bauer» publik, dass Alwin Meichtry gegen das ehemalige Vorstandsmitglied Werner Wicki sowie gegen Caterina Lamoni Grogg Anzeige wegen Ehrverletzung und Verleumdung eingereicht hat. Es ging dabei um Aussagen an der turbulenten Delegiertenversammlung im Februar 2018. Die beiden wurden von der Polizei einvernommen.

Dann wurde Kritik laut, dass Präsident Alwin Meichtry im September 2017 gegenüber dem Bundesamt für Landwirtschaft in Eigenregie einen Entsorgungsbeitrag von nur 4.50 Franken gefordert haben soll. Dies nachdem der Vorstand etwa zwei Wochen vorher beschlossen hatte, dass ein Entsorgungbeitrag von 12 Franken gefordert werden soll. Meichtry sagte dem «Schweizer Bauer», er habe der Geschäftsstelle, die von Esther Zimmermann geführt wird, die Anweisung gegeben, die Meinung der Vorstandsmitglieder telefonisch einzuholen. 

Doch die damaligen Vorstandsmitglieder Beat Würsch, Caterina Lamoni Grogg und Ambros Zurfluh erklärten gegenüber dem «Schweizer Bauer» allesamt, dass sie kein entsprechendes Telefonat erhalten hätten, und der «Schweizer Bauer» durfte sie entsprechend zitieren. Meichtry verteidigte gegenüber dem «Schweizer Bauer» sein Vorgehen. Er betonte, er halte sich an die Statuten.

Der Walliser Alwin Meichtry wurde im Februar 2018 von der Delegiertenversammlung in Brig VS mit 256 zu 187 Stimmen wiedergewählt, nachdem mehrere Vorstandsmitglieder seine Abwahl gefordert hatten. In der Folge verliessen die Vorstandsmitglieder Beat Würsch und René Marquart den SSZV-Vorstand, das gewählte Mitglied Caterina Lamoni Grogg wurde aus dem Vorstand ausgeschlossen und enthält seither keine Informationen mehr über die Beschlüsse des Vorstandes.

 

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