6.06.2020 18:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Lamm-Patenschaften gegen den Wolf
Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung, vergangene Woche sein zehnjähriges Bestehen gefeiert hat, will mit der Gewinnung von „Lammbotschaftern“ die Anliegen der Schäfer und Weidetierhalter in Zukunft noch stärker in den Fokus rücken.

Zur Arbeit des Vereins gehört dabei seit einigen Jahren ein vermehrtes Engagement gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes. „Anfangs ging es vor allem darum, die Leistung der Schafhaltung für die Pflege der deutschen Kulturlandschaft ins öffentliche Bewusstsein zu heben“, erläuterte der Vorsitzende des Fördervereins, Wendelin Schmücker.

Doch inzwischen habe sich der Schwerpunkt verschoben, denn durch die aktuelle Wolfspolitik stünden Existenzen auf dem Spiel, sogar die Schafhaltung als solche. „Wenn die Politik in der Wolfsfrage stur bleibt, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit in zehn Jahren schon keine Schafhaltung in Deutschland mehr geben“, warnte Schmücker.

Eine friedliche Koexistenz werde und könne es nicht geben. Mit den neuen Lammbotschaftern als prominente Unterstützer sollten die Entscheider noch rechtzeitig zu einer Änderung ihrer Haltung bewegt werden. Politiker, wie den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil und seinen hessischen Amtskollegen Volker Bouffier konnte der Verein bereits für eine Lammpatenschaft - also eine regelmäßige Fördermitgliedschaft - gewinnen

Im Rahmen seiner Aufklärungsarbeit über die Wölfe hat der Förderverein nach eigenen Angaben eine Reihe von DVD-Videos produziert und mit mehreren Organisationen eine internationale Zusammenarbeit aufgebaut. Zudem gab es den Aufruf zu deutschland- und europaweiten Mahnfeuern von 2017 bis 2019 sowie Anti-Wolfs-Demonstrationen bei Umweltministerkonferenzen. Ziel des Vereins ist es, über die Leistungen der Schafhaltung, beispielsweise im aktiven Küstenschutz oder dem Erhalt von Naturflächen, aufzuklären. Weitere Anliegen sind die Förderung des Natur- und Umweltschutzes sowie die Unterstützung für unverschuldet in Not geratene Schafhalter durch Geld oder Sachzuwendungen. Auch dazu trügen die Lammpatenschaften bei, betonte der Verein.

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