6.11.2018 09:21
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Verbände
Alwin Meichtry tritt zurück
Laut einer Mitteilung auf der Website des Schweizerischen Schafzuchtverbandes (SSZV) ist Alwin Meichtry per sofort zurückgetreten. In den vergangenen Wochen wurde er stark kritisiert.

Ab sofort werde Alwin Meichtry dem SSZV nicht mehr als Präsident vorstehen. Das ist auf www.sszv.ch zu lesen. Dort heisst es: «Er konnte die interne und externe teilweise vernichtende Kritik nicht mehr aushalten und hat, wie es ihm eigen ist, konsequent und kompromisslos entschieden, sofort von seinem Amt zurück zu treten.»  

Verdienste und beispielloses Engagement

Er, Meichtry, habe seine Ziele und Visionen nicht realisieren können und in einem schmerzhaften Prozess einsehen müssen, dass er gescheitert ist. In der Mitteilung steht auch: «Seine Verdienste und sein beispielloses Engagement wird man wohl erst später in seinem ganzen Umfang sehen – wenn überhaupt.» 

Der Vorstand unter der Leitung des Vizepräsidenten Thomas Eugster und alle Mitarbeitenden seien nun gefordert, den SSZV bis zur DV im Februar in der jetzigen Zusammensetzung zu führen. «Wir alle werden in Offenheit und gegenseitiger Achtung und Unterstützung die Geschäfte im Sinne aller Schäferinnen und Schäfer sachgerecht und engagiert erledigen», so die Mitteilung.  Die Mitteilung endet wie folgt: «Wir sind darauf angewiesen, dass auch alle Mitglieder des SSZV und alle Partnerorganisationen nun in einer positiven und solidarischen Haltung unsere Arbeit unterstützen und im Sinne der guten Sache zuliebe, nämlich der Schäferei, mit uns am gleichen Strick ziehen und in die Zukunft schauen. Vielen Dank!» 

Meichtry stand innerhalb des SSZV seit einiger Zeit unter Druck. Nach mehreren Rücktritten aus dem Vorstand scheiterte am Freitag an einer ausserordentlichen Vorstandssitzung ein Antrag, Meichtry vom Amt freizustellen, mit drei zu fünf Stimmen.

Ehrverletzung und Entsorgungsbeitrag

Im September machte der «Schweizer Bauer» publik, dass Alwin Meichtry gegen das ehemalige Vorstandsmitglied Werner Wicki sowie gegen Caterina Lamoni Grogg Anzeige wegen Ehrverletzung und Verleumdung eingereicht hat. Es ging dabei um Aussagen an der turbulenten Delegiertenversammlung im Februar 2018. Die beiden wurden von der Polizei einvernommen.

Dann wurde Kritik laut, dass Präsident Alwin Meichtry im September 2017 gegenüber dem Bundesamt für Landwirtschaft in Eigenregie einen Entsorgungsbeitrag von nur 4.50 Franken gefordert haben soll. Dies nachdem der Vorstand etwa zwei Wochen vorher beschlossen hatte, dass ein Entsorgungbeitrag von 12 Franken gefordert werden soll. Meichtry sagte dem «Schweizer Bauer», er habe der Geschäftsstelle, die von Esther Zimmermann geführt wird, die Anweisung gegeben, die Meinung der Vorstandsmitglieder telefonisch einzuholen.

Doch die damaligen Vorstandsmitglieder Beat Würsch, Caterina Lamoni Grogg und Ambros Zurfluh erklärten gegenüber dem «Schweizer Bauer» allesamt, dass sie kein entsprechendes Telefonat erhalten hätten, und der «Schweizer Bauer» durfte sie entsprechend zitieren. Meichtry verteidigte gegenüber dem «Schweizer Bauer» sein Vorgehen. Er betonte, er halte sich an die Statuten.


Der Walliser Alwin Meichtry wurde im Februar 2018 von der Delegiertenversammlung in Brig VS mit 256 zu 187 Stimmen wiedergewählt, nachdem mehrere Vorstandsmitglieder seine Abwahl gefordert hatten. In der Folge verliessen die Vorstandsmitglieder Beat Würsch und René Marquart den SSZV-Vorstand, das gewählte Mitglied Caterina Lamoni Grogg wurde aus dem Vorstand ausgeschlossen und enthält seither keine Informationen mehr über die Beschlüsse des Vorstandes.

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