6.04.2017 18:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Riechen Pferde strenger als Kühe?
Das Verwaltungsgericht in der deutschen Stadt Hannover musste sich mit einem speziellen Nachbarschaftsstreit auseinandersetzen. Ein Kläger wehrte sich gegen den Bau eines Pferdestalls. Die Geruchsqualität von Pferden wird nun wissenschaftlich überprüft.

Ein Landwirt will seinen Betrieb neu ausrichten. Deshalb sollen in einem ehemaligen Kuhstall und einer Scheune neun junge Pferde, sieben Stuten und deren Fohlen einquartiert werden. Die Baugenehmigung lag bereits vor. Doch ein Nachbar des Bauern liess sich nicht abschrecken, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Ein Nachbar hat sich einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Hannover dagegen gewehrt.

In diesem Verfahren wurde ein Geruchsgutachten durch einen Sachverständigen eingeholt. Der sagt sinngemäss, dass Rinder und Pferde gleichviel stinken. Doch die Richter haben diesem Gutachten nicht vertraut. Es bestünden jedenfalls Zweifel daran, ob für Pferde und Kühe bezüglich der Geruchsbelastung derselbe Gewichtungsfaktor anzulegen sei.

Die Frage, wie die Geruchsqualität der Tierart „Pferd“ zu bewerten ist, bedarf gemäss dem Verwaltungsgericht einer eingehenden wissenschaftlichen Überprüfung. Diese Überprüfung, ob Pferde mehr stinken als Kühe, kann nur im Klageverfahren erfolgen, schreibt "Anwalt.de". Deshalb hat das Gericht das Gutachten als nicht sicher betrachtet und dem Nachbarn, dem die Pferdehaltung auf dem Grundstück „stinkt“, Recht gegeben.

Für den Bauern bedeutet dies eine Verzögerung. Er darf die Pferdeställe ab sofort nicht weiterbauen. Er muss nun das Klageverfahren abwarten. Erst nachdem dieses rechtskräftig abgewiesen wurde, darf er weiterbauen. Die Region Hannover hingegen war bei einer Pferdehaltung von derselben Geruchsbelastung ausgegangen wie bei einer Rinderzucht. Deshalb hat sie die Baugenehmigung erteilt.

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