13.10.2019 17:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Pferde
Präbiotika wirken im Pferd zu früh
Präbiotika werden häufig dem Futter von Pferden zugesetzt, um deren Gesundheit zu fördern. Dabei handelt es sich um unverdauliche Ballaststoffe, die das Wachstum und die Aktivität bestimmter, gesundheitsförderlicher Bakterien im Dickdarm anregen können.

In einer Studie untersuchten Forscher  der Martin-Luther-Universität (D) und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (D) die Wirkung von Topinambur-Mehl auf Pferde. Eine Pferdegruppe erhielt zusätzlich zum normalen Futter das Mehl, das hohe Mengen bestimmter Kohlenhydrate, so genannte Frukto-Oligosaccharide und Inulin, enthält.

Eine weitere Gruppe erhielt stattdessen ein Placebo zum normalen Futter. Anschliessend analysierten die Forscher den Bakterienhaushalt im Verdauungstrakt der Tiere aus beiden Gruppen. Dabei stellte sich heraus, dass die Präbiotika bereits im Magen durch die dort lebenden Mikroorganismen fermentiert wurden – also deutlich zu früh wirken. 

Bei der Fermentation bilden sich organische Säuren, die im Magen die Schleimhaut der Pferde schädigen können. Zwar nahm auch die bakterielle Vielfalt im gesamten Verdauungstrakt zu, was vermutlich auch die gewünschte Schutzwirkung hat. Wenn man die Präbiotika aber in ihrer bisherigen Form verwendet, schaden sie eher, als dass sie nützen. Die Stoffe müssten so behandelt werden, dass sie in einer Dosis im Dickdarm ankommen. 

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