18.09.2017 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Graubünden
Polizei stoppt Pferde-Abtransport
Die Kantonspolizei Graubünden hat am Freitag den Abtransport von Pferden von einer Alp im Dischmatal bei Davos GR verhindert. Personen aus dem Umfeld des Bauern aus Hefenhofen TG, dem Tierquälerei vorgeworfen wird, hatten versucht, die Pferde zu holen.

Polizeisprecherin Anita Senti bestätigte am Montag entsprechende Berichte. Derzeit werde versucht, für die Pferde einen neuen Platz zu finden, weil die Alpzeit vorbei sei, sagte Senti der Nachrichtenagentur sda. Der «Verein gegen Tierfabriken» (VgT) warf dem Thurgauer Kantonstierarzt vor, die 19 Pferde müssten bei nasskaltem Wetter im Schnee auf der Alp bei Davos ausharren. Wegen des erwarteten Wintereinbruchs hätten die Tiere vorsorglich von der Alp heruntergeholt werden müssen, kritisierte der VgT.

Insgesamt haben 53 Pferde sowie 19 Rinder des Thurgauer Tierhalters den Sommer an verschiedenen Standorten in Graubünden verbracht, einige davon im Davoser Dischmatal, berichtet die "Suedostschweiz Online". Die Lebenspartnerin des Mannes ist am Freitagnachmittag mit mehreren Pferdetransportern auf eine Alp in Davos gefahren. Die Bündner Behörden haben mit ihren Kollen im Thurgau vereinbart, dass die Tiere bis maximal Ende Monat in Graubünden bleiben. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch diese Tiere versteigert würden, sagte der Bündner Kantonstierarzt Rolf Hanimann.

Der Fall des mutmasslichen Tierquälers aus Hefenhofen beschäftigt seit Anfang August die Öffentlichkeit und brachte die Thurgauer Behörden in die Kritik. Auf dem Hof des Tierhalters waren mehrere Pferde verendet. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand. Der Tierhalter wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, die Pferde wurden beschlagnahmt und zum Teil verkauft. Der Mann befindet sich derzeit in einer fürsorgerischen Unterbringung.

Zum Fall Hefenhofen gab es mehrere Vorstösse im Grossen Rat. Die Thurgauer Regierung setzte eine unabhängige Kommission unter der Leitung des Zuger alt Regierungsrats Hanspeter Uster ein, die den Fall untersuchen soll.

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