11.10.2017 16:39
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Pferde
Hefenhofen-Pferde: Hype ist vorbei
Sechs Wochen nach dem ersten Verkauf der Hefenhofen-Pferde ging es am Mittwoch in die zweite Runde. Insgesamt wurden im Sand bei Schönbühl BE 36 Pferde zum Verkauf angeboten. Dieses Unterfangen gestaltete sich schwierig. Insgesamt drei Durchgänge waren nötig, bis alle Tiere einen neuen Besitzer fanden.

Anders als beim ersten Verkauf, wurden die Pferde diesmal für einen Mindestpreis (Schatzpreis) angepriesen und an den Meistbieteten verkauft. Die Preise waren nach oben offen. Das brachte aber nicht viel.

Am Anfang nur 11 von 36 Verkauft

Während dem sich die Kaufinteressenten bei der ersten Versteigerung, unter Kritikern auch als Verlosung oder Verschacherung betitelt, bei der Losziehung beinahe gegenseitig auf die Füsse standen, schnellten dieses Mal die Hände nur zögerlich in die Höhe. Beim ersten Durchgang wurden nur 11 von 36 Tieren verkauft. Nach einem Unterbruch ging es weiter.

Die 25 unverkauften Tiere wurden noch einmal vorgestellt. Der Mindestpreis wurde 500 Franken unter dem ursprünglichen Schatzpreis angesetzt. Doch selbst das war den Interessenten bei einigen Pferden zu hoch. Nach dem zweiten Durchgang blieben immer noch acht Pferde übrig.

Harziger dritter Verkaufsdurchgang

Was nun? Zuerst hiess es, es gäbe ein Angebot für alle acht Pferde. Man müsse abwarten, ob sich dies auch bestätige, so die Organisatoren. Dies tat es aber nicht. Und so wurde der Verkauf der letzten acht Pferde am Nachmittag fortgesetzt.

Noch einmal wurden die Preise leicht gesenkt. Auch dieser Verkaufsdurchgang erwies sich als harzig. Schlussendlich fanden jedoch alle Tiere einen neuen Besitzer.

Zu wenig Medienhype für Tierschützer?

Während dem gesamten Verkaufstag wurden Stimmen laut, die fragten: Wo sind jetzt die Tierschützer? Haben diese Pferde etwa nicht auch das Recht auf Leben? Sind sie weniger Wert als die Tiere vor sechs Wochen?

Tatsächlich war das Interesse am Verkauf der zweiten Hefenhofen-Pferdegruppe gering. Die provisorisch eingerichteten Parkplätze im Sand (Schönbühl) waren wenig belegt. Rund um den Vorführplatz hatte es grossen Lücken im Zuschauerbereich. Und auffällig pinke T-Shirts sah man am Mittwoch auch keine.

Der Hype um die Hefenhofenpferde scheint sich gelegt zu haben, obwohl die Geschichte auch mit dem Verkauf der letzten Tiere wohl noch lange nicht vom Tisch ist.

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