12.08.2020 17:18
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
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Würden Sie in die Kuh blasen?
Bläst man einer Kuh Luft in die Scheide, soll sie die Milch hinunterlassen und ruhig stehen. Dies, weil sieben bis zehn Mal mehr Oxytocin freigesetzt wird als bei Handstimulation des Euters. Das macht sich BlowFixx zunutze. Käme diese Methode für Sie infrage, um Milchblockaden zu lösen? Oder ist das für Sie kein Thema? Abstimmen und mitdiskutieren

Wenn eine Kuh die Milch beim Melken nicht gibt, wird oft  das synthetisch hergestellte Hormon Oxytocin gespritzt. Es geht aber auch ohne. Davon sind Benedikt Rodens und Tierarzt Peter Zieger von der deutschen BoviTools überzeugt.  Sie wollen innovative Instrumente für ein besseres Handling im Umgang mit Rindern entwickeln – und lancieren nun BlowFixx.

Ventil für saubere Arbeit

«Erste Rinderhalter nutzten vor Tausenden Jahren ihre Beobachtungen, um den Umgang mit Rindern zu erleichtern», betont Benedikt Rodens. «Sie fanden heraus, dass sich Milchblockaden bei Kühen durch das Einblasen von Luft in die Vagina der betroffenen Tiere aufheben lassen.» Der Einsatz von künstlichen Hormonen in der Tierhaltung und das Thema Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft rücke immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit.

«Um das alte Wissen zu nutzen und es bezüglich Hygiene auf unsere heutigen Bedürfnisse anzupassen, haben wir das Handlingtool BlowFixx entwickelt», so Benedikt Rodens. «Das Edelstahlrohr, das in das Tier eingeführt wird, kann nach jedem Gebrauch gereinigt und desinfiziert werden. Der Silikonschlauch bleibt auch bei niedrigen Temperaturen geschmeidig. Und um den hygienischen Aspekt für den Anwender zu berücksichtigen, ist im aufgesteckten Atemventil eine Rückatemsperre integriert.» 

Versuche aus Bern

Benedikt Rodens bezieht sich auf Versuche von Rupert Bruckmaier von der Vetsuisse-Fakultät Bern von 1991: «Diese belegen, dass mit dem Aufblasen von Kühen sieben bis zehn Mal mehr Oxytocin freigesetzt wird als bei Handstimulation des Euters, bei Milchblockaden kann so oft auf das Spritzen von Oxytocin verzichtet werden.» 

Rupert Bruckmaier schreibt selber: «Besonders hohe Oxytocinkonzentrationen werden bei einer mechanischen Stimulation des Genitalbereichs erreicht, zum Beispiel Einblasen von Luft in die Vagina.» Nach dem Aufblasen würden die Tiere zudem für mehrere Minuten oft reglos stehen, ergänzt Benedikt  Rodens. «Das kann etwa genutzt werden, um unruhige Rinder nach dem Abkalben an den Melkablauf im Melkroboter oder im Melkstand zu gewöhnen oder an den Tieren Behandlungen aller Art durchzuführen.»

Auch in die Schweiz 

Laut Benedikt Rodens ist das Tool bei Quidee in Deutschland erhältlich. «Bei einer Anfrage verschickt Quidee den BlowFixx sicher gerne auch in die Schweiz. Wir befinden uns derzeit aber auch in Gesprächen, damit der BlowFixx zukünftig auch direkt in der Schweiz erhältlich sein wird.»

Was halten Sie von dieser neue Methode, liebe Leserinnen und Leser? Würden Sie diese anwenden? Oder tun Sie es bereits? Oder ist BlowFixx für Sie kein Thema?

Zwei Versionen

Den BlowFixx gibts in einer geraden und einer abgewinkelten Version des Rohres. Die gerade Ausführung ist für die Arbeit auf «Augenhöhe» in Robotern, Anbindeställen, Fangfressgittern oder Abkalbebereichen geeignet. Die abgewinkelte Variante kommt in Melkständen zum Einsatz. sum

www.bovitools.com, www.quidee.com 

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