15.07.2019 11:47
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Betriebsführung
«Weide ist günstigstes Futter»
Silvia und Adrian Stohler aus Olsberg BL setzen auf Vollweide und saisonales Abkalben. So bündeln sie Arbeit und sparen Kosten.

Für Silvia Stohler hat das Vollweidesystem mit saisonalem Abkalben im Frühling viele Vorteile. «Einerseits wird die Arbeit gebündelt», sagt die Betriebsleiterin aus Olsberg BL. «Wenn wir nachts aufstehen, um Geburtshilfe zu leisten, tun wir das dann gleich für mehrere Kühe.»

Tiefe Futterkosten

Kälber tränken Stohlers nur während sechs Monaten. Danach wird es ruhiger auf dem Betrieb. und im Winter, wenn die 53 Kühe galt sind, ist die Stallarbeit in drei Stunden täglich erledigt. Diese freie Zeit nutzen Stohlers zur Erholung oder für Unterhalts- und Planungsarbeiten auf dem Betrieb.

«Andererseits sparen wir mit dem Vollweidesystem an vielen Orten Kosten», so die 37-jährige. «Weidegras ist das günstigste Futter. Wir füttern weder Mais noch Kraftfutter zu.» Und für den Winter, wenn die Kühe galt sind, brauche es verhältnismässig wenig konserviertes Futter, da die Kühe deutlich weniger fressen. Stohlers füttern in dieser Zeit nur Ökoheuballen. «Das ist günstiger als Siloballen.» 

Zuerst rechnen

Auch bei der Mechanisierung gilt auf dem Betrieb: So einfach wie möglich und mit einer möglichst langen Nutzungsdauer. «Im Melkstand etwa haben wir auf eine automatische Tiererkennung, Milchmengenmessung und automatische Abnahme verzichtet», macht Silvia Stohler ein Beispiel.

Dafür hätten sie kürzlich in einen Schleppschuh zur Gülleausbringung investiert. Dies aber erst, nachdem die Investition gründlich durchgerechnet wurde und klar war, dass so die Gülle über die Jahre gerechnet günstiger ausgebracht werden kann, als wenn ein Lohnunternehmer mit der gleichen Maschine kommt. «Der Vorteil der Maschine ist für uns, dass wir in unserer eher trockenen Lage die Gülle auch im Sommer besser und mit weniger Verlusten ausbringen können», erklärt die Agronomin ETH. Das ist für den Biobetrieb ein wichtiger Aspekt.

Allgemein finden es Stohlers wichtig, dass man sich immer gut überlegt, was man macht auf dem Betrieb. Und genau dafür ist die freie Zeit im Winter so wertvoll. 

Betriebsspiegel

Bio-Betrieb von Silvia und Adrian Stohler in Olsberg BL
Mitarbeiter: Betriebsleiterehepaar
Fläche: 32 ha Eigenland plus 12 ha Futterfläche zur Nutzung.
Kulturen: Grünland
Tierhaltung: 53 neuseeländische Holstein-Kühe im Vollweidesystem mit saisonalem Abkalben. 

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