6.01.2016 11:48
Quelle: schweizerbauer.ch - Jacqueline Graber
Bern
Wegen Viehschau: Präsident will keinen Streit
Die Emmentaler Starparade wechselt den Standort von Langnau nach Burgdorf. Nicht alle sind glücklich mit dem neuen Austragungsort. Zumal in Burgdorf rund 25 Tiere weniger ausgestellt werden können als bisher.

20 Jahre lang wurde die Emmentaler Starparade in der Markthalle in Langnau abgehalten. Damit ist nun Schluss: Die 21. Durchführung am Sonntag, 28. Februar, findet in der frisch sanierten und umgebauten Markthalle in Burgdorf statt.

Entscheid kommt nicht überall gut an

Das entschied der Emmentalische Fleckviehzuchtverband (EFZV) im letzten November anlässlich einer Vorstandssitzung. Die Mehrheit der rund 30 Anwesenden hätten sich für den Standort Burgdorf ausgesprochen, sagt Walter Lüthi. Er präsidiert den Emmentalischen Fleckviehzuchtverband, welcher die Starparade durchführt.

Lüthi räumt ein, dass der Entscheid der Vorstandsmitglieder nicht bei allen Viehzüchtern gut ankomme. «Ich kann es teilweise sogar nachvollziehen.» Zumal Langnau für viele Züchter zentraler liege als Burgdorf. Und etliche Landwirte nun einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen müssten. Bemängelt werde zudem von den Kritikern, dass in Burgdorf aus Platzgründen rund 25 Tiere weniger als in Langnau aufgeführt werden können, weiss der Präsident.

Weniger Ausstellungstiere schmälern Chancen

«Weniger Ausstellungstiere schmälern die Chancen der Züchter», ist Alfred Zaugg, Geschäftsführer der Tiervermarktung Langnau überzeugt. «Von den jeweils rund 160 vorgeführten Tieren waren rund 40 bis 50 absolute Spitzentiere.» Der Rest hätte zwar kleine Fehler aufgewiesen, sei aber trotzdem ausstellungswürdig gewesen, so Zaugg.

«Viele schöne Tiere müssen nun daheim blieben.»  Und das wiederum könne sich auf den Verkaufspreis der Tiere auswirken. Zaugg bedauert den Entscheid und meint: «Für die Region ist der Standortwechsel ein Verlust.»

Weniger Kosten

Lüthi erläutert die Gründe, die für den Standortwechsel sprachen. «Wenn in Langnau zeitgleich mit der Starparade ein Eishockeymatch stattgefunden hat, war die Parksituation sehr schwierig. Denn das Eisstadion und die Markthalle stehen nebeneinander.» Zwar hätte die Gemeinde jeweils für genügend Parkmöglichkeiten geschaut, diese seien jedoch teilweise weit von der Markthalle entfernt gewesen. Anders in Burgdorf: «Die Markthalle verfügt über einen grossen Parkplatz, und es hat weitere Parkmöglichkeiten in der Nähe», so Lüthi.

Weiter spricht Lüthi die Infrastruktur an: «In Langnau musste für die Präsentation der Tiere extra ein grosses Zelt aufgestellt werden.» Das sei in Burgdorf nicht nötig, und dementsprechend würden diese Kosten wegfallen. Apropos Geld: Lüthi dementiert, dass der Standortwechsel in direktem Zusammenhang stehe mit den 10'000 Franken, die der EFZV als Anteil bei der Sanierung des Stalles in Burgdorf an das Auktionskomitee bezahlte.

Andere Probleme

Dieses organisiert die dortigen Viehauktionen und musste für die Hälfte der Stallkosten aufkommen. Den Rest für den Stallbau wie  auch die Sanierungskosten für die Markthalle übernahm die Markthalle Burgdorf AG. «Das Geld hat nur geringen Einfluss», betont Lüthi. Jedoch verzeichnete im letzten Jahr die Starparade ein Defizit, das auf verschiedene Gründe zurückzuführen war. Lüthi hofft nun, dass bei der diesjährigen Veranstaltung ein kleiner Gewinn geschrieben wird, nicht zuletzt, weil die Infrastrukturkosten in Burgdorf geringer ausfallen werden als in Langnau.

Auch hält  Lüthi fest, dass der Verband bei einem etwaigen Ausbau der Markthalle Langnau ebenfalls einen finanziellen Beitrag leisten würde. Trotz unterschiedlichen Meinungen liegt eines Walter Lüthi am Herzen: «Wir wollen wegen dem Standortwechsel keinen Streit im Emmental. Wir haben andere Probleme in der Landwirtschaft.» Zudem sei es nicht in Stein gemeisselt, dass die Starparade nun jedes Jahr in der Emmestadt durchgeführt werde.

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