14.05.2018 14:49
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Vorwurf: Tote Kühe in Liegeboxen
Tierschutzwidrige Haltungsbedingungen haben Aktivisten einem Milchviehbetrieb im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt vorgeworfen. Laut einem vergangene Woche gesendeten Bericht von „Stern TV“ sollen in einem Unternehmen bei Stendal tote Milchkühe über längere Zeit in den Liegeboxen verblieben und nicht, wie vorgeschrieben, aus dem Stall entfernt worden sein.

Zudem wird gezeigt, wie ein Kalb im unmittelbaren Bereich eines laufenden Mistschiebers geboren wird. Die Aktivisten der „Soko Tierschutz“ werfen dem zuständigen Veterinäramt vor, in der Sache untätig geblieben zu sein und das mutmassliche Fehlverhalten nicht sanktioniert zu haben.

Tierhalter streitet Anschuldigungen ab

Rund 700 Rinder leben in dem Betrieb. "Soko Tierschutz" fand auf dem Gelände insgesamt 17 Kadaver, die einfach herumlagen. Tierschützer Friedrich Mülln informierte das zuständige Veterinäramt. Das Amt erklärte auf Anfrage von Stern TV, es habe "am 9. April eine Anlasskontrolle in dem Betrieb durchgeführt. Sowohl die Aussenbereiche als auch die Ställe wurden von der amtlichen Tierärztin abgegangen." Auf dem gesamten Betriebsgelände seien "keine toten Rinder oder gar skelettierte Teile vorgefunden" worden. 

Laut Angaben des Vereins "Soko Tierschutz" hat jedoch drei Tage nach dieser Kontrolle ein totes Rind mitten im Stall gelegen. Und anschliessend fast drei Wochen. Der Tierhalter streitet gegenüber Stern TV sämtliche Anschuldigungen der Tierschützer ab. SOKO Tierschutz filmte vier Wochen im März und April 2018 auf der Milchfarm in Demker nahe Stendal, die der Geven & Rabelink GbR gehört.

Bauernverband mahnt zur Vorsicht, verurteilt aber Zustände

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt stellte mit Blick auf den TV-Beitrag fest, dass totgeborene Kälber sowie erkrankte oder tote Kühe in der landwirtschaftlichen Praxis vorkämen. Wie die Behandlung von Krankheiten sei allerdings auch die Tötung von Tieren und deren Entsorgung über einen vorgeschriebenen Dienstleister zu dokumentieren. Nach Informationen des Verbandes wurde der Betrieb zu Jahresbeginn routinemässig und nach Eingang einer Anzeige anlassbezogen intensiv geprüft, wobei die Vorwürfe nicht nachvollzogen werden konnten. 

Da die Ohrmarken der Rinder in den Videos nicht lesbar seien, könne man auch nicht nachvollziehen, woher die Bilder im Zusammenschnitt wirklich stammten, warnt der Verband. Er rät daher zu vorsichtigem Umgang mit den Vorwürfen, da es im Zweifel die Existenz eines möglicherweise zu Unrecht angeprangerten Tierhalters kosten könne. 

Ungeachtet der ungeklärten Umstände bekennt sich der Bauernverband Sachsen-Anhalt zu einem verantwortungsvollen, tiergerechten und respektvollen Umgang mit Nutztieren, wie er unter anderem im „Leitbild Nutztierhaltung“ verankert sei. Auch deshalb seien die dargestellten Zustände aufs Schärfste zu verurteilen, betont der Verband.

Die Kadaver Farm von Demker - von blinden Behörden und Tierqual für Schokolade.

Heute in Stern TV 22.15 Uhr RTL

Gepostet von SOKO Tierschutz am Mittwoch, 9. Mai 2018
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