13.07.2016 16:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
«Veredelungswunder Grünland»
Der Weidegang für Rinder ist der Inbegriff für eine tiergerechte Haltung und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft. Dies war die zentrale Botschaft der diesjährigen Jahrestagung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die vergangene Woche in Sulzbach (D) stattfand.

Prof. Martin Elsässer vom Landwirtschaftlichen Zentrum für Viehhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW) benutzte in seinem Beitrag sogar den Begriff „Veredelungswunder Grünland“, um die energieeffiziente Umsetzung von Gras zu Fleisch und Milch durch Rinder zu verdeutlichen.

Positiver Beitrag zu Betriebseinkommen

Zur Untermauerung seiner Thesen präsentierte Elsässer die Auswertungen des EU-Interreg-Projekts DAIRYMAN. Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl der Weidegang als auch der Anteil an grasbasierter Milchproduktion einen grossen Einfluss auf die ökonomische Situation der Betriebe hätten und sich für Betriebe mit ausschliesslicher Stallfütterung ein geringeres Einkommen ergeben habe.

Da der Weidegang zu einem insgesamt positiven Beitrag zu den Betriebseinkommen geführt habe, könne davon ausgegangen werden, dass die Weide auch in Zukunft nachhaltig sei, allerdings unter der Voraussetzung, dass die klimatischen und strukturellen Bedingungen den Weidegang ermöglichten.

Erfolgreiche Umstellung auf Weidehaltung

Der Milchviehhalter Georg Breinbauer aus Tittling bei Passau berichtete über seine erfolgreiche Umstellung der Stall- auf Weidehaltung mit 120 Kühen. Die Umstellung auf Vollweide mit saisonaler Abkalbung habe sich für seinen Betrieb als erfolgreiche Strategie erwiesen, bilanzierte Breinbauer. So wirke sich der sommerliche, ganztägige Weidegang sehr positiv auf die Tiergesundheit aus und die Fruchtbarkeit der Herde habe sich verbessert.

Bei der Umsetzung habe es sich als vorteilhaft erwiesen, sich vorab umfassend zu informieren und einen detaillierten Umstellungsplan zu erstellen. Als grössten Zugewinn nach der Umstellung sieht Breinbauer jedoch den enormen Zugewinn an Arbeits- und Lebensqualität für die Familie, speziell in den Sommermonaten.

Früherer Vegetationsstart auf Almen

Die LfL-Fachleute präsentierten auf der Tagung aktuelle Projekterfahrungen, aus denen hervorgeht, dass sich eine weidebasierte Aufzucht bei Braun- und Fleckvieh positiv auf die Tiergesundheit sowie die durchschnittliche Milchleistung auswirkt. Die Tiere lebten länger und hätten eine höhere Lebensleistung als bei der Aufzucht im Stall. Durch eine sich an die weidebetonte Jungviehaufzucht anschliessende Weidehaltung der Milchkuh werde die Nutzungsdauer weiter verlängert.

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