11.06.2019 18:08
Quelle: schweizerbauer.ch - ats/blu
Umfrage
Umfrage: Zitzenverklebungsverbot?
Die übervollen Euter an Viehausstellungen haben die Politik erreicht. Der Nationalrat will aber nichts wissen von einem Verbot des Zitzen-Versiegelns. Was halten Sie die von Ablehnung des Zitzeklebeverbotes? Abstimmen und mitdiskutieren.

«Der Bundesrat wird ersucht, die Tierschutzverordnung dahingehend anzupassen, dass bei Rindern das Verschliessen von Zitzen jeglicher Art zu Schau- und Präsentationszwecken verboten wird.» Das ist der Text der Motion, welche Nationalrätin Irène Kälin (Grüne, AG) eingereicht hat. 

«Meine Motion möchte das Verschliessen der Zitzen der Kühe an Viehschauen verbieten, weil ein total überladenes Euter ein fragwürdiges Schönheitsideal ist, weil Kühe heute für dieses Schönheitsideal leiden, weil sie an Viehschauen absichtlich leiden gelassen werden, weil mit dem Leiden der Kühe die Tradition der Viehschauen zunehmend in Verruf gerät und weil es nicht angeht, dass mit Bundesgeldern Viehschauen finanziert werden und man beim Tierwohl einfach ein Auge zudrückt oder wegschaut», sagte Kälin.

Sie habe nichts gegen Viehschauen, versicherte sie. Sie seien eine wichtige Plattform für die hiesige Viehzucht. «Das wichtigste Kriterium an einer Milchviehschau ist das Euter. Ein grosses Euter, ein riesiges Euter. Deshalb werden die Tiere nicht mehr regelmässig gemolken, sondern die Zeiten zwischen dem Melken wird ausgedehnt», fuhr sie fort.

Andreas Aebi, Präsident der Arbeitsgemeinschaft schweizerischer Rinderzüchter (ASR) hielt fest, dass die Branche bereits viel unternommen hat. Die Bauern wollten den Tieren nie und nimmer Leid zufügen, betonte er. «Frau Kälin, wissen Sie und ist Ihnen klar, dass wir mit den entsprechenden Reglementen in den letzten drei Jahren eine gewaltige Arbeit geleistet haben, gewaltige Kontrollen machen, und dass das im Tierschutzbereich in die richtige Richtung geht?», so Aebi.

Die Branche habe längst Lösungen gefunden, um die Probleme zu lösen. Dazu gehörten zahlreiche Kontrollen, an denen auch der Bund beteiligt sei. Zudem sei der heute gelegentlich eingesetzte Klebstoff Kollodium unbedenklich, sagte Pierre-André Page (SVP/FR).

Kälin konnte die grosse Kammer nicht hinter sich bringen. Der Nationalrat lehnte die Motion mit deutlicher Mehrheit ab. 96 Personen drückten den Nein-Knopf, zugestimmt haben 76 Nationalrätinnen und Nationalräte. Dazu gab es 11 Enthaltungen. Damit ist der Vorstoss erledigt.

Gemäss dem Ausstellungsreglement der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Rinderzüchter (ASR) ist Collodium weiterhin erlaubt: «Das äusserliche Versiegeln der Zitzen ist mit zugelassenen Produkten erlaubt, solange das Wohlbefinden der Kuh nicht negativ beeinflusst wird.» Laut Anhang ist dafür einzig «Collodium 8%» erlaubt.

So stimmten die Bauernvertreter

Nein: Aebi Andreas (SVP/BE), Bourgeois Jacques (FDP/FR), Campell Duri (BDP/GR), Dettling Marcel (SVP/SZ), Glauser Alice (SVP/VD), Grin Jean Pierre (SVP/VD), Haab Martin (SVP/ZH), Müller Leo (CVP/LU), Müller Walter (FDP/SG), Nicolet Jaques (SVP/VD), Page Pierre-André (SVP/FR), Pezzatti Bruno (FDP/ZG), Pieren Naja (SVP/BE), Ritter Markus (CVP/SG), Rösti Albert (SVP/BE), Salzmann Werner (SVP/BE), von Siebenthal Erich (SVP/BE), 

Ja: Graf Maya (Grüne/BL), Markus Hausammann (SVP/TG), Siegenthaler Heinz (BDP/BE)

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