2.11.2018 12:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Uri
Tiertransport muss bei Stau auf A2
Die Urner Kantonspolizei will Transporteuren von Nutztieren am Gotthard helfen, die ideale Fahrtroute und -zeit zu finden, um Stress für die Tiere durch Stau vor dem Gotthard-Tunnel zu verhindern. Auf die Kantonsstrasse ausweichen können die Lastwagen aber nicht.

Ende September 2018 fand in Altdorf der Runde Tisch zu den Nutztiertransporten am Gotthard statt. Unter der Leitung von Regierungsrat Dimitri Moretti, Sicherheitsdirektor, und Polizeikommandant Reto Pfister diskutierten der Kantonstierarzt der Urkantone, der Schweizerische Tierschutz STS, der Schweizerische Bauernverband, der Schweizerische Viehhändler-Verband, der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG, das Bundesamt für Strassen ASTRA sowie die Kantonspolizei Uri über Lösungen.

Nutztiertransporte seien schonend und ohne unnötige Verzögerung durchzuführen, heisst es in der Mitteilung. "Es ist insbesondere auf eine ausreichende Kühlung der Tiere durch Fahrtwind zu achten", heisst es weiter. Die Kantonsstrasse zwischen Amsteg und Göschenen bilde keine Option für Nutztiertransporte, da auf dieser für Lastwagen ein Fahrverbot gelte, heisst es in einem am Freitag veröffentlichten Merkblatt. Das Dokument enthält sechs Punkte und wurde anlässlich eines runden Tischs erarbeitet.

Im vergangenen Mai und Juni hatten zwei Fälle Schlagzeilen gemacht, bei denen Kuhtransporte am Gotthard in den Stau gerieten und auf die Kantonsstrasse ausweichen wollten. Das Lastwagenverbot auf der Strecke bestehe schon seit längerem, eine Ausnahmebewilligung habe es nie gegeben, sagte Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti auf Anfrage. Die Urner Regierung, die Polizei und weitere Beteiligte einigten sich nun auf Eckpunkte beim Nutztiertransport am Gotthard. Demnach liegt es in der Verantwortung der Transporteure, die Fahrt so zu planen, dass Staus vermieden werden.

Gerate ein Nutztiertransport unvorhergesehen in einen Stau und dadurch in eine Notsituation, die das Tierwohl gefährde, bietet die Kantonspolizei Uri Hand zu Lösungen. Moretti sagte, es würde eine Polizeipatrouille zum betroffenen Fahrzeug ausrücken und dieses aus dem Stau begleiten. Dies sei auf der Gotthard-Rampe nicht immer einfach, sei aber, wo vorhanden, über den Pannenstreifen oder durch eine Rettungsgasse möglich.

6 Eckpunkte:

1. Zentral sind die Vorbereitungen von Seiten des Herkunftsbetriebes, des Sömmerungsbetriebes sowie des Transporteurs. Zu den Vorbereitungsarbeiten gehören insbesondere auch die Planung der Fahrstrecke sowie die Festlegung des Transporttages und der Transportzeit. 

2. Es ist wenn immer möglich eine Fahrroute zu wählen, welche die neuralgischen Staugebiete meidet. Die San Bernardino-Route stellt oftmals eine valable Alternative dar. 

3. Es sind Transportzeiten zu wählen, welche ausserhalb der bekannten Stautage und -zeiten liegen. Für Transporte von Kühen sind die frühen Morgenstunden zu nutzen. Damit kann verhindert werden, dass es bei den Tieren zu einem Hitzestau kommt. 

4. Die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Uri (Tel. +41 41 874 5353) helfen gerne bei der Festlegung der optimalen Fahrroute sowie bei der Bestimmung der Transportzeit. 

5. Sofern ein Nutztiertransport unvorhergesehen in einen Stau gerät und dabei eine Notsituation entsteht, welche das Tierwohl gefährdet, bietet die Kantonspolizei Uri Hand zu Lösungen. In diesen Fällen kann die Notrufnummer 117 gewählt werden. 

6. Keine Option für Nutztiertransporte bildet die Kantonsstrasse zwischen Amsteg und Göschenen. Auf dieser gilt für Lastwagen ein Fahrverbot

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE