23.05.2013 09:06
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Fütterung
Stabile Milchleistung bei Verzicht auf GVO-Fütterung
Milchkühe lassen sich problemlos mit GVO-freiem Futter versorgen, ohne dass es zu Leistungseinbussen kommt. Zu diesem Schluss gelangen laut Internetplattform milchtrends.de Wissenschaftler der Universität Göttingen mit einer Fallstudie, bei der 25 Milchviehhalter über ihre praktischen Erfahrungen berichteten.

Die Produzenten hatten GVO-Futter durch Rapsextraktionsschrot und Luzerne oder Kleegras in der Ration ersetzt, was zu stabilen Milchleistungen bei tendenziell leicht erhöhtem Eiweissgehalt in der Milch führte. „Die meisten Milchproduzenten sind aus Sicht der Produktion zufrieden mit der Umstellung und beobachteten keine negativen Veränderungen in der Herde“, erläuterten die Projektbeteiligten Friederike Deumelandt und Hauke Bronsema von der Universität Göttingen.

Mehrkosten müssen gedeckt sein

Sie stellten jedoch klar, dass unter ökonomischen Aspekten die erhöhten Kosten entlang der Kette gedeckt sein müssten, damit die Produktion für die Landwirte wirtschaftlich bleibe. Die Mehrkosten entstünden dabei vor allem durch den Zertifizierungsaufwand und die strikte Trennung bei Logistik und Produktion.

Zudem sei derzeit noch nicht absehbar, inwieweit die Preise für die „Soja-Ersatzprodukte“ steigen könnten, falls sich die gentechnikfreie Produktion bei Milch und weiteren tierischen Produkten mehr und mehr durchsetze, betonten Deumelandt und Bronsema.

Immer mehr GVO-freie Milch

Ihren Angaben zufolge werden immer mehr Milchprodukte ohne gentechnisch veränderte Organismen (GVO) produziert. Über 20 Molkereien in Deutschland verarbeiteten inzwischen Milch, die ohne den Einsatz von GVO-Futtermitteln erzeugt werde. Bisher handle es sich dabei aber eher um Nischenprodukte, die überwiegend von kleineren Molkereien produziert würden.

Nach Angaben der Göttinger Wissenschaftler hat die Verarbeitung der GVO-freien Milch in Deutschland regional einen unterschiedlichen Stellenwert. In Bayern wurden 2012 fast 20% der Milch gentechnikfrei erzeugt, in Norddeutschland war der Anteil dagegen deutlich geringer.

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