30.12.2013 09:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Jacqueline Graber
Bern
Spermien als Geschenk
Einige Landwirte bekamen an Weihnachten ein spezielles Präsent: einen Gutschein für eine Samendose vom Siegermuni.

Seit Kurzem sind die Samendosen von Fors vo dr Lueg, dem Siegermuni des Schwingerkönigs Matthias Sempach, auf dem Markt. «Wir erhalten im Moment täglich bis zu 30 Bestellungen», sagt Martin Wälti, Regionalleiter bei Swissgenetics in Zollikofen. Erstaunlich viele Kunden würden Gutscheine kaufen und hätten diese als Weihnachtsgeschenk unter den Tannenbaum gelegt. «Der Samen von Fors vo dr Lueg ist etwas für Liebhaber», so Wälti. Denn der Muni verfüge noch über kein Nachzuchtprüfungsresultat.

Ein Sprung – 1000 Dosen

Seit Anfang November  steht der Siegermuni in der Besamungsstation von Swissgenetics in Mülligen. Zweimal pro Woche darf er in die Sprunghalle; ein Sprung auf den Phantombock ergibt bis zu 1000 Portionen. 50 Franken kostet eine Samendose, davon spenden Swissgenetics und Matthias Sempach je 5 Franken an die Jungzüchter sowie eine Hilfsorganisation für Kinder.

Noch bis Februar 2014 bleibt der Swiss-Fleckvieh-Stier im Kanton Aargau. Wo er nachher eingestallt wird, ist derzeit noch offen. Es kursiert das Gerücht, dass Matthias Sempach den Siegermuni bei einem Landwirt im bernischen Willadingen unterbringen will.

720'000 Kühe pro Jahr

240 Besamungstechniker (davon 10 Frauen) sind schweizweit für Swissgenetics unterwegs. Ein grosser Teil der Besamungstechniker arbeitet im Vollzeitpensum. «Rund 720'000 künstliche Besamungen nehmen die Mitarbeitenden während eines Jahres vor», sagt Wälti. Nachschub bekommen die Angestellten alle zwei Wochen.

Im Emmental beispielsweise fährt der Lastwagen von Swissgenetics jeden zweiten Dienstagnachmittag in Schüpbach vor. Dort werden den Besamungstechnikern die Samendosen, die sie vorher bestellt haben, ausgeliefert. «Ebenfalls hat der Lastwagen flüssigen Stickstoff und auch landwirtschaftliche Artikel rund ums Tier bei sich», erklärt Martin Wälti. Denn die Techniker verkaufen den Bauern  auch Hoflieferprodukte.

www.swissgenetics.ch

Beruf Besamungstechniker

Der Lehrgang zum Besamungstechniker setzt eine Berufsausbildung zum Landwirt oder verwandte Berufe voraus. Der Bildungsgang dauert rund 3 Monate und enthält Theorie sowie Praxis. «Damit Swissgenetics-Besamer möglichst viel am Tier üben können, reisen sie während der Berufsbildung für sechs Wochen nach Deutschland an eine anerkannte Ausbildungsstätte», erklärt Martin Wälti, Regionaleiter Swissgenetics, Zollikofen. Die Ausbildungskosten werden von Swissgenetics übernommen, und dazu erhalten die angehenden Besamungstechniker während der Ausbildung eine Entschädigung. jgr

 

 

 

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