16.06.2019 09:36
Quelle: schweizerbauer.ch - Adi Lippuner
St. Gallen
Sechs Generationen Blüem
Andreas Rutz züchtet Original Braune Kühe. Er hat ein besonderes Händchen für «Blüem». Die Tiere haben alle Namen mit «M».

Es ist ein ganz besonderer Tag auf dem Hof von Karin und Andreas, genannt Res, Rutz und den drei Kindern Alina (12), Andreas (10) und Ramona (7). Ihre sechs Generationen Blüem sollen an diesem herrlich sonnigen Tag fotografiert werden. Die älteren Tiere sind bereits an der Latte angebunden, die zweitjüngste ist unruhig, und das Kälbchen wird im letzten Moment ins Freie gebracht. Die Fotografen stehen mit ihren Kameras bereit – und passend zum festlichen Tag – trägt die ganze Familie ihre Edelweisshemden.

Passt bestens zum Betrieb

Bleibt die Frage, weshalb hat sich Res Rutz für Original Braune (OB) Kühe entschieden? «Diese Zweinutzungsrasse passt bestens zu unserem Betrieb, wir sind in der Bergzone zwei und haben viele Hänge zu bewirtschaften,» so der Bauer. Dass er inzwischen bereits sechs Generationen Blüem, also Kühe mit der markanten, hellen Zeichnung, im Stall hat, erfüllt ihn mit besonderer Freude.

Vor jeder Geburt warte die ganze Familie gespannt, welche Zeichnung das Jungtier aufweise. «Es heisst, ein Blüem im Stall bedeutet Glück. Bei uns ist dies in sechsfacher Ausführung, wir dürfen uns also rundum glücklich schätzen,» so Karin Rutz.

Die sechs «M»

Begonnen hat die Generationengeschichte der Blüem mit der im April 2005 geborenen Mara, es folgte ihre Tochter Malina, September 2008, dann deren Tochter Mona, Januar 2011, die nächste Tochter Menta, Februar 2013, Merina im November 2013 und die Jüngste der Reihe ist die im Januar 2019 geborene Menola. «Der erste Blüem stand schon 1997 bei mir im Stall, doch es dauerte einige Jahre, bis sich ein kontinuierlicher Züchtererfolg einstellte,» so Res Rutz.

Apropos Züchtererfolg: Res Rutz ist stolz darauf, dass sich die Blüem-Zeichnung immer über die Mutterlinie vererbte. «Klassische Merkmale zur Vererbung sind eine weisse Zunge, weisse Klauen, der weisse Schwanz und die weisse Halskette», verrät der Züchter. Er höre auch oft, dass es doch eigentlich keine Kunst sei, als Blüem-Züchter erfolgreich zu sein. Es brauche nur eine Original Braune Kuh, einen Blüem-Stier und gesexten Samen, und schon gebe es ein Kuhkälbchen mit der erwünschten Zeichnung. «Alles Quatsch», so der Bauer. «Der Weg geht über die weibliche Line, diese Erfahrungen habe ich während Jahren gemacht.»

Zu Hause und auswärts 

Weil der Betrieb für einen Vollerwerb zu klein ist, hat sich der gelernte Zimmermann Res Rutz vor zwei Jahren mit seiner Umbauten GmbH selbstständig gemacht. Ehefrau Karin bereitet von der Konfitüre über Sirup bis feinen Backwaren und Broten «Sälbergmachts vom Hof» zu und verkauft ihre Erzeugnisse mit grossem Erfolg im hofeigenen Lädeli und an verschiedenen Märkten in der Umgebung.

Trotz eines gerüttelten Masses an Arbeit ist dem Ehepaar das Familienleben wichtig. Wenn immer möglich – Ausnahme während der Heusaison – wird der Sonntag gemeinsam verbracht. Während der Ferienzeit stehen Tagesausflüge auf dem Programm, bevorzugt fährt die Familie nach Quinten am Walensee.

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