13.03.2018 14:57
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Viehzucht
Schweizer OB für die ganze Welt
Zentralamerika, Afrika, Russland oder Kirgistan: In diese Länder wird Sperma von Schweizer OB-Stieren exportiert. Die Rasse ist gefragt, weil sie auch bei Hitze und unter wenig intensiven Bedingungen gut funktioniert.

Das Original Braunvieh (OB) ist im Aufwind. Immer mehr Länder rund um den Globus setzen auf diese traditionelle Schweizer Zweinutzungsrasse. Das zeigen die Spermaexporte der beiden KB-Organisationen Swissgenetics und Select Star. 

Hitzetolerant und genügsam

«Beim OB verspüren wir vermehrt eine starke Nachfrage in Zentralamerika und zunehmend in Afrika», sagt Urs Spescha von Swissgenetics. Der Grund: Die Rasse ist hitzetolerant und genügsam – und die Zweinutzung von Milch und Fleisch ist in diesen Ländern oftmals Standard. «Grundsätzlich gibt es bei  den Originalrassen ein grosses Exportpotenzial, da sie in Gebieten mit einer nicht sehr intensiven Produktion und bei teilweise nicht einfachen Klimabedingungen hervorragend funktionieren», schätzt Spescha den Markt ein. 

Die grösste Herausforderung sei jeweils, wenig bekannte oder unbekannte Rassen wie OB bei Partnern und Institutionen in einem Land vertraut zu machen. Doch auch das gelinge: «Kürzlich ging eine erste Lieferung von Spermadosen nach Russland. Auch Mexiko konnte im Februar erfolgreich beliefert werden, nachdem wir jahrelang sanitarische Importzeugnisse ausgearbeitet haben.»

Zentralasien


Wie Swissgenetics verzeichnet auch Select Star beim OB eine stark steigende Nachfrage aus dem Ausland. Urs Wichser von der Züchter-Service AG, die den Export abwickelt: «Zu den Exportsteigerungen beim OB tragen nur in einem kleinen Rahmen die Verkäufe in europäische Braunviehländer bei.» Die stärkste Nachfrage komme aus Zentralasien. «Speziell Kirgistan setzt auf Schweizer OB-Genetik. Die Landwirte und Zuchtorganisationen interessieren sich vor allem für viel Milch und viel Fleisch in der Kombination – also für die klassische Zweinutzung.»

Felix Honegger, Präsident des OB-Zuchtverbandes, freut sich: «Das ist genial. Wenn unsere Genetik weltweit gefragt ist, ist das eine Bestätigung für unsere Arbeit.» Honegger war selber in Mexiko: «Das OB dort ist fleischbetont. Mit Schweizer Stieren kann die Milchleistung verbessert und die Bemuskelung beibehalten werden. Das bedingt aber, dass auch bei uns das Augenmerk wieder mehr auf die Bemuskelung gelegt wird.» 

 

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