21.11.2016 07:49
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Rus: Milchkühe mit Leukämie-Virus infiziert
Der Bovines Leukämie-Virus (BLV) ist im russischen Milchkuhbestand noch weit verbreitet und die häufigste Infektionskrankheit bei Rindern.

Nach Einschätzung der Wissenschaftlerin Natalja Osipowasind vom Institut für Experimentelle Veterinärmedizin Sibiriens und des Fernen Ostens sind etwa 60% der Milchkühe BLV-Träger, der bei wenigen Tieren auch zum Ausbruch der enzootischen Rinderleukose führen kann.

Der Forscherin zufolge erfolgt jedoch keine Übertragung des BLV von Milch oder Fleisch auf Menschen. In der wissenschaftlichen Literatur wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass bei Ausbruch der Rinderleukämie in seltenen Fällen auch menschliche Zellen infiziert werden können. So wurde in einer US-amerikanischen Studie ein Zusammenhang zwischen Brustkrebs bei Frauen und dem Verzehr von mit BLV-infiziertem Rindfleisch herstellt.

Die Chefin der staatlichen Veterinärinspektion des Gebiets Ubinskij, Swetlana Tarasjuk, erklärte, dass die Untersuchungen auf BLV in Russland wegen Verpflichtungen der Welthandelsorganisation (WTO) stattfänden. Deutschland und die meisten Länder der Europäischen Union gelten seit vielen Jahren als frei von der Bovine-Leukose.

Da die Rinderleukämie den Milchviehbestand schädigt, wird beziehungsweise wurde in Europa das Virus durch Bestandssanierung beziehungsweise Ausmerzung bekämpft. In Ländern Südamerikas, Nordamerikas und Afrikas kommt das Virus in den Viehbeständen allerdings weiterhin vor. 

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