4.11.2015 18:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Bern
Rund 20'000 Tiere vermarktet
Die Zucht- und Nutzviehauktionen in Langnau sind etabliert. Bereits 20 Jahre finden sie in der Markthalle statt.

Früher fanden die Auktionen auf der Langnauer Gartegg, im Röthenbach oder in Sumiswald statt. Das bei jedem Wetter unter freiem Himmel. «Dann musste der Viehschauplatz mitten im Dorf Langnau weichen. Das war der Auslöser für die Gründung des Markthallenverbands und damit verbunden der Bau der Langnauer Markthalle», erzählt Präsident Ueli Leuenberger aus Eggiwil. Das war vor 20 Jahren.

Konstante Nachfrage

Seither wurden 208 Auktionen durchgeführt. Rund 20'000 Tiere direkt vom Züchter fanden einen neuen Käufer. Vielerorts ist die Nachfrage nach Auktionstieren etwas zurückgegangen. «In Langnau bisher nicht», weiss Leuenberger. Man könne auf eine treue Stammkäuferschaft, meist Direktkäufer, zählen. Die Händler kommen heute seltener. Obwohl, man sei auf sie trotzdem angewiesen.

Weshalb ist die Nachfrage in Langnau so konstant? «Wir bieten in der Regel ein breiteres Spektrum von Tieren – von der Extensiv- bis zur Powerkuh – als in Burgdorf, das sich auf leistungsfähige Nutz- und Zuchtkühe fokussiert hat.» Hier findet man ein breites Segment von Biokühen und auch von Mutterkühen für die Fleischproduktion. Die Käuferschaft komme heute vermehrt aus der Region Zentralschweiz, weniger aus der Ostschweiz. Die Anbieter sind heute auch von ausserhalb des angestammten Gebiets willkommen.

Versierter Generalist

Hinter der ganzen Organisation steht ein Mann, der die Zügel seit Beginn souverän in der Hand führt: Alfred Zaugg. Der Geschäftsführer – mittlerweile im Pensionsalter – «ist immer da, wenn man ihn braucht, und hat jederzeit den Überblick», weiss Leuenberger und schiebt nach: «So einen finden wir so schnell nicht wieder.»

Die vor 20 Jahren erbaute Markthalle wurde von den Viehzuchtvereinen, den Bauern und den umliegenden Gemeinden inklusive Entlebuch finanziert. Das wäre so heute wohl nicht mehr möglich, vermutet Leuenberger. Und so günstig vermarkte niemand: 30 Franken fürs Einschreiben. Davon werden beim Verkauf 10 Franken rückerstattet. Die Schatzung ist fix, auch das eher aussergewöhnlich. Die Viehzuchtvereine sind nach Anzahl ihrer Tiere zum Helfen verpflichtet.

Die Markthalle sei nicht zu klein und stehe auch nicht am falschen Standort. «Aber die Sporthalle braucht Platz. Für einen besseren Standort im Emmental würden wir Hand bieten», stellt Leuenberger in Aussicht.

Jubiläumsauktion

Am Freitag, 13. November findet eine Jubiläumsauktion statt, zu der 140 Tiere eingeschrieben sind. Darunter sind einige Spitzenzuchttiere mit auserlesenen Abstammungen und Maximalnoten im Exterieur. Jeder Käufer und jeder Verkäufer nimmt an der Verlosung eines Italia-Zuchtkalbs sowie mehrerer weiterer Preise teil. Zu Beginn wird ein Apéro offeriert. Um 11.00 Uhr beginnt die Auktion. ral

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE