4.02.2019 10:38
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/jgr
Klauenpflege
Probleme mit Klauen erkennen
An einer Fachtagung erläuterte Kuhsignal-Trainer Christian Manser, welche Zeichen auf Klauenprobleme hinweisen.

Über 240 Milchbauern versammelten sich Anfang Januar in Flawil zur Fachtagung «Auf gesunde Klauen bauen». Die von den Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) und dem Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen (LZSG) organisierte Weiterbildung sei auf derart viel Interesse gestossen, dass die drei Kurstage nicht ausgereicht hätten, um alle Interessierten zu berücksichtigen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Tagung bot eine spannende Mischung aus Theorie und Praxis sowie eine umfassende Materialausstellung rund um  Klauenpflege und -hygiene. Namhafte Referenten wie der Rindviehexperte Christian Manser, die Tierhomöopathin Nathalie Heuer und der Thurgauer Klauenpfleger Urban Frey gaben ihr Wissen an die aus der halben Schweiz angereisten Milchproduzenten weiter.

Einfache Massnahmen

Kuhsignal-Trainer Christian Manser bat in seiner Begrüssung die Teilnehmer, sich einen der bereitliegenden Kieselsteine in einen Schuh zu legen. So erhielten die Landwirte während der Dauer der Tagung eine Idee, wie es sich für Kühe anfühlt, wenn diese von Klauenproblemen geplagt werden.

Manser, der innerhalb der Branche als einer der renommiertesten Kuhsignal-Trainer gilt, erklärte dem Publikum anhand von Bildern und Videoausschnitten die wichtigsten Signale, die auf Klauenprobleme hindeuten.

Eine Gummimatte

An der Rückenhaltung einer Kuh lässt sich einfach ablesen, wie es um ihre Klauen steht. Mit einfachen Massnahmen lassen sich Stallböden optimieren, um dadurch «Klauenfresser» auszuschalten. Nur schon eine Gummimatte an neuralgischen Orten, wo Kühe eng abdrehen müssen, hilft, den Klauenabrieb zu reduzieren.

Gravierende Krankheiten wie akute Mastitis oder Gebärmutterentzündung hinterlassen Rillen im Horn (ersichtlich an der Tragwand der Klauen). Auch die Hitzetage vom vergangenen Sommer hätten ihre Spuren hinterlassen. Nathalie Heuer empfahl den anwesenden Milchbauern, einfache Hausmittelkuren wie naturtrüben Apfelessig oder Brennnesseln zur Stoffelwechselunterstützung beim Milchvieh einzusetzen.

Lahme Kühe 

Auf   grosse Beachtung stiessen der Vortrag und die Praxisdemonstration vom jungen Klauenpfleger Urban Frey. Er arbeitet auf seinen Betrieben schon einige Jahre erfolgreich nach dem System von Karl Bürgi (savecows.com) und zeigte auf, durch welche Fehler bei der Klauenpflege häufig Probleme ausgelöst werden können.

Kühe ohne Klauenprobleme sind rentabler und machen Freude. Lahme Kühe werden von den Konsumenten oft als schlecht gehaltene Tier wahrgenommen. So betreiben Kühe mit gesunden Klauen letztlich viel Öffentlichkeitsarbeit für die Schweizer Landwirtschaft. Das Schwergewicht der Fachtagung lag bei der Prophylaxe. 


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